![]() |
Simplon
Süd - links der Doveria |
alpi-ticinesi.ch > valli
ossolane & simplon > simplon süd - links der doveria
Die beschriebene Region umfasst den orografisch linken Teil des Val Divedro
einschliesslich des Schweizer Oberlaufs und seinen Seitentälern. Die
orografisch rechte Seite ist separat beschrieben (folgt in Kürze). Aktuell
können
nur unvollständige Informationen
zur Verfügung gestellt werden. Weitere Angaben werden im Verlauf der
Zeit ergänzt.

Zwischbergental von Figina, 27.Juni 2011
Von Simplon Dorf oder vom Simplonpass führen markierte Wanderwege
zum Alpjerbidi (oder Chastelbergpass). Sie setzen sich vereinigt fort ins
Alplerweng und hinab nach Alpje. Die Routenführung ist interessant und
das zu durchquerende Gelände steil, doch ist die Wegqualität durchweg
gut. Auf halber Abstiegsstrecke nach Alpje zweigt eine Jägerroute über
ausgesetzte, abschüssige Grasbänder nach
Munigstafel ab. Das Alpje wird auf einer mit Fahrverbot belegten Strasse
ab der Alten Kaserne via Sistulmatta und Wälschimatta erreicht. Teilweise
verläuft ein Wanderweg
parallel
zur Fahrstrasse. Etwas anspruchsvollere
Alternativen führen von Casermetta via Schallbettji (Weg oft schlecht bis
verschwunden, aber verblassende Markierungen) oder von Ramserna via Presa-Bruciata
(Weg meist
gut bis akzeptabel, aufgegebener Wanderweg, verblasste Markierungen). Vermutlich
gab es einst auch eine Verbindung von der Walantina am Bruciata-Pfad nach
Schallbettji. Vom Alpje führt ein offizieller Wanderweg
via Corwetsch nach Alpjerung, von
wo man unmarkiert nach Alpe Vallescia weitergehen kann, wo man auf die italienischen
Wegmarkierungen, die von Trasquera heraufkommen.
Von Ramserna führt eine noch gut erhaltene Mulattiera an Presa-d'Fond vorbei
nach Presa-Bruciata, Presa-Cima, Locciabella und Corwetsch. Sie war bis vor
wenigen Jahren offizieller Wanderweg. Die Markierungen sind noch erhalten,
verblassen aber allmählich. Bei den abseits im Gestrüpp gelegenen Ruinen von
Presa-d'Fond führt ein nicht einfach zu findender Pfad über ein kühnes Felsband
und eine hohe Mauer zur grossen Ruine auf 1270m unterhalb Presa-Bruciata, an
der Oberkante der senkrechten Abbrüche nach Gondo. Eine besser erhaltene
Weganlage führt
zurück zur Hauptroute unterhalb Presa-Bruciata. Beim grossen Gebäude in
Presa-Bruciata (einst Umschlagplatz der Schmuggler) zweigt der bereits oben
erwähnte Pfad, ebenfalls ehemaliger Wanderweg, nach Alpje ab. Vom Rücken
zwischen P.1407 und Presa-Pioda führte einst ein direkter Pfad nach Corwetsch,
Details fehlen. Auf der Wiese beim Gebäude von Presa-Pioda zweigen die Reste
des undeutlichen, waagrechten Pfades nach Presa-d'Angelo, Ratamia, Guardajola
nach Bugliaga ab. Er führt durch abschüssiges Gelände und ist mit Vorsicht
zu begehen; bereits kurz nach Presa-Pioda ist eine ausgesetzte plattige Stelle
zu überwinden, die bei Nässe heikel ist. In Presa-Cima mündet die von Bugliaga kommende Route via Grenzstein 7A und
Guardajola ein. Sie ist - insbesondere in Guardajola und unterhalb von Presa-Cima
- nicht sehr ausgeprägt, aber noch auffindbar. Die interessante Querung des
Tobels von Greji vollzieht sich auf schmalen Bändern (II). Von Presa-Cima kann
man faktisch weglos (einzelne Wegfragmente) zur verzeichneten Ruinen auf ca
1780m hinaufgehen. Rechts der Ruine beginnt ein Weglein, das über ein Band
ins Tobel von Greji führt. Nach dem Tobel steigt man steil auf (sporadisch
Wegreste) und trifft auf ca 1870m auf die nach links hinaufführenden Reste
des alten Weges nach Castell und Alpjerung. (Von oben kommen sehr schwierig
aufzufinden.)

Presa-Cima, 25.Juni 2011
In Gondo folgt man dem Stockalperweg Richtung Ramserna bis auf das Dach der
ersten Galerie der Simplonstrasse. Man entdeckt rechterhand zwei orange Punkte
an den Bäumen. An dieser Stelle sticht man geradewegs in den Wald hinauf und
trifft rechts der Schuttrinne auf den Beginn der Drahtseile durch den Canalone
dei Contrabbandieri. Die Route wird nicht mehr unterhalten und ist mit Vorsicht
zu begehen. Man achte zudem auf Steinschlag. Im Kanal selber existieren diverse
klettersteigähnliche Varianten, doch werden alle nicht mehr unterhalten. Der
Ausstieg erfolgt durch eine senkrechte Höhle, die mit Baumstämmen und Eisenklammern
gangbar gemacht wurde. Schliesslich erreicht man die untere Terrasse von Ratamia,
ca 1220m. Von hier führt ein waagrechtes Weglein am Fuss der Felsbastion P.1284
entlang und durch das mit Seilen gesicherte Tobel von Greji nach Bugliaga di
dentro (LK: Bugliaga, P.1342). (Bei den von diesem Weglein, teilweise mit Seilen
gesicherten, nach oben wegführenden
Spuren handelt es sich ausnahmslos um Abstiegsrouten der Sportkletterer.) (Gondo
-
Canalone
dei
Contrabbandieri
- Bugliaga di dentro T5+/III-,
2:30)

Canalone dei Contrabbandieri, 25.Juni 2011
Von Balmoreglio, an der Simplonstrasse 1 Kilometer oberhalb Iselle Dorf gelegen,
führt der interessante (weil eine hohe Felsstufe auf kühner Route überwindend),
offiziell markierte und gepflegte Sentiero Scagnol nach Revoriastagna (Ruinen
des Dorfes
wenige Meter
unterhalb
des
Wanderweges im Wald). Von hier kann man auf guten Pfaden nach Bugliaga oder
Bugliaga di dentro (P.1342) weitergehen. Eine wenig über der Simplonstrasse
befindliche, gekennzeichnete Abzweigung vom Sentiero Scagnol führt nach Giasai.
Die IGM-Karte gibt von hier einen als schwierig bezeichneten Pfad nach Bugliaga
wieder, Details fehlen.
Vom Dorf Iselle führt eine grosszügige Fahrstrasse nach Bogo, auf
der IGM-Karte als Corte Aprile bezeichnet. Die Fahrstrasse hätte einst über
Chiezzo nach Trasquera weitergeführt werden sollen. So hat man von Chiezzo
aus auch schon weit herunter, nämlich bis in die Nähe von Pianezza
gebaut. Doch bereits vor Jahren kam das Projekt wegen fehlender Finanzierung
und zolltechnischer Belange ins Stocken,
und das kurze Zwischenstück von Bogo bis Pianezza wurde nie gebaut. Zwischenzeitlich
nimmt die Natur die Strasse allmählich wieder in Beschlag. Von Bogo führt
die auch als Sentiero del Kirsch bekannte Mulattiera in bester Qualität
und offiziell markiert nach Chiezzo, dabei meidet sie das obere Rumpfstück
der Fahrstrasse. Eine Variante führt vom Bahnhof Iselle direkt nach Pianezza;
der Beginn ist unmittelbar beim Portal des Simplontunnels zu suchen (Wegweiser).
Die IGM-Karte verzeichnet darüberhinaus weitere Pfade, nämlich von
Bogo nach Bugliaga, von Iselle Bahnhof nach Chiezzo (direkt, ohne Pianezza)
und von
Balmalonesca (einstiger Werkplatz der Simplon-Mineure) nach Chiezzo, hierzu
fehlen allesamt Details.
Die von Trasquera nach Bugliaga führende Fahrstrasse überwindet das dazwischenliegende
Tobel des I Rii oder Il Rio auf der eindrücklichen, 100m hohen Ponte del
Diavolo. Viel tiefer unten überwindet die noch interessantere, sehr fragil
wirkende Konstruktion der Ponte del Diavolino das Tobel. Sie kann im Rahmen
der alten
Mulattiera von Trasquera (oder Chiezzo, aufgegeben, schwierig zu finden) nach
Bugliaga überschritten werden.

Ponte del Diavolino, 29.Juni 2011
Von Interesse ist ferner die Zone zwischen Varzo und der Colmine di Crevola:
Nördlich des Rio Saborsone durchzieht ein dichtes Wegenetz die Wälder, das
in den verfügbaren Kartenwerken nur unvollständig wiedergegeben ist. Es ist
grossteils offiziell oder inoffiziell markiert. Auch kommt hier die Via Alta
Val Divedro in verschiedenen Varianten hindurch. Die Ortsbezeichnungen stimmen
nicht in allen Fällen mit der Landeskarte resp. der IGM-Karte überein, auf
dieser Site werden derzeit die Bezeichnungen der Kartenwerke verwendet. Auf
der Colmine di Crevola, in der Zone Casa Violi, befindet sich ein kleines,
gut ausgestattes Rifugio. Wasserversorgung ab Zisterne, muss abgekocht werden.
Südlich des Rio Saborsone befindet sich eine wilde, abweisende Felsflucht,
die jedoch die liebliche Alpe Saborsone beherbergt: Von Alpe Dai steigt man
auf wenig benutztem Pfad zu einer breiten Mulattiera hinauf, die einst erstellt
wurde, um Waldbrände zu bekämpfen. Man folgt ihr für einige Minuten, verlässt
sie dann jedoch nach oben hin, und stösst auf den bald deutlicher werdenden
Pfad, der durch mehrere wilde Tobel hindurch (Drahtseile), und mit einigen
Gegenabstiegen die aufgebenen Weiden von Saborsone erreicht. Hinter der noch
intakten Hütte befindet sich unter einem grossen Felsblock ein bemerkenswerter
Stall. Hier beginnt der Pfad in den Hintergrund des grossen, südlich von Alpe
Saborsone liegenden Tobels. Man wählt bei Verzweigungen stets die obere Möglichkeit,
und gelangt nach einer steileren weglosen Passage im Wald bald einmal auf ein
allmählich deutlicher werdendes ausgeastetes Trassee, das gegen den Hintergrund
des Tobels zieht. Bei einer alten Buche mit Inschriften gelangt man über ein
waagrechts Felsband in den Tobelgrund. Im Grund noch etwas aufwärts, dann über
eine nasse Platte mit Drahtseil nach rechts. Auf dem erreichten Rücken wieder
nach links zu einer 5m hohen Felswand. Mit Hilfe von Tacche und Drahtseil über
sie hinauf, und zurück nach rechts zum Rücken. Gleich wieder nach links über
eine niedrige Stufe hinauf (Schnittspuren). Rechterhand durch eine Grasrinne
hinauf, an deren Ende das Gelände weniger steil wird. Einer Felsstufe entlang
aufwärts bis zu einer ersten Einbuchtung. Über ein Band und anschliessenden
Felsspalt mit Tacche über die Stufe hinweg. Schliesslich über die Reste des
Pfades in grosszügigen Kehren auf den grossen und flachen Rücken über dem Tobel.
Noch wenige Meter höher steigend erreicht man den Beginn der langen Traverse,
auf zunehmend besser werdenden Pfad zu P.1354 am Wanderweg auf der Colmine
di Crevola. (Von dieser Stelle kann man auch oberhalb der Ruinen der Alpe Fontanagoglio
hindurch nach Oira im Val Formazza absteigen, verblasste rote Markierungen
sind vorhanden.)

Sentiero Saborsone, 9.September 2011