![]() |
Val
Bavona |
alpi-ticinesi.ch > ticino > valli > bavona
Langes,
nur im Sommer bewohntes, sehr häufig besuchtes Seitental des Vallemaggia.
Bewegt man sich jedoch abseits der Touristenströme im Talgrund und auf Robièi,
so
trifft man auf eine sehr einsame und ausgesprochen wilde Landschaft.
Die Fahrstrasse des Tales führt
bis nach San Carlo, von wo eine Luftseilbahn nach Robièi führt.
Wer das faszinierende Tal abseits der Touristenwege besuchen möchte,
für den ist das Buch "Storie e
sentieri di Val Bavona" von Aldo und
Nora Cattaneo absolut unerlässlich. Dieses zurzeit vergriffene lexikalische
Werk listet in italienischer Sprache akribisch jeden Pfad, jedes Monti und
jede
Alp im
Tal auf. Ferner sei auf den Roman "Il fondo del
sacco" von Plinio
Martini verwiesen, der eine eindrückliche Schilderung der Lebensweise
der Talbewohner um 1920 bereithält. Da hier keine Übersetzung des
umfangreichen Werkes von Cattaneo gegeben
werden soll, werden die Pfade und Alpen des Tals nur summarisch
erwähnt.
Es sei indessen gewarnt: Alle vorhandenen und ehemaligen Pfade
des Val Bavona durchqueren oft schwieriges und heikles Gelände. Die
Orientierung ist meistens sehr anspruchsvoll. Darüberhinaus ist mit
viel behindernder Vegetation zu rechnen.
Von Cavergno führt ein guter Pfad über Monte di Fuori bis Monte di
Dentro. Ein neu hergerichteter und blau markierter Pfad führt von hier nach
Cogliata (P.1051),
das auch von Mulini (Mondada) auf einem gepflegten, allerdings höchst abenteurlichen
Pfad erreicht wird. In Monte di Dentro führen
die Reste der alten, nicht ganz einfach aufzuspürenden Weganlage auf die Alpe
di Paràula
(P.1817): Sie haben ihren Ausgang ungefähr beim letzten Buchstaben "o" des
Schriftzuges "Monte di Dentro" auf der aktuellen Landeskarte und führen etwas
westlich des unteren Stafels (Corte di Fondo, ca 1620m) vorbei zur schönen,
aber allmählich einsturzbedrohten Pultdachhütte des mittleren Stafels (P.1817).
Von hier gelangt man weiter über einen beeindruckenden, grossteils noch
erhaltenen Treppenweg zu
den schönen Weiden auf 2000m auf dem Sporn oberhalb P.1817, von wo man
zum Corte di Cima (P.1954) oder zum Rifugio
Pietto (Spulüi) weitergehen kann. Einst führte eine andere Weganlage über
den Sporn von Stagna: Die Kunstbauten sollen eingestürzt sein, das Gelände
schwierige
Kletterei bieten, Details fehlen.

Alpe di
Paràula, Corte di Mezzo (P.1817),
19.Juli
2009
Von Fontana gegen die Alpe della Bèdu reicht der auf der Landeskarte gut
erkennbare Kanal des Cavürgh.
Man kann ihm zwar folgen, doch ist es angenehmer und schöner den Spuren
des alten
Pfades von Bosco über den Passo della Zandela zum oberen Teil des Cavürgh
zu folgen. Eine detaillierte Beschreibung dieses Aufstiegs von Andreas
Seeger findet sich bei hikr.org.
Auf einer Höhe von ca 1150m befand sich eine Verzweigung: Rechts führt
eine Steintreppe in Kürze zum Pfad Cogliata - Monte di Dentro, den man
beim von
P.1817 herabkommenden
Bach
erreicht. Geradeaus steigt man weiter durch das Cavürgh auf, um es wenig
höher gegen Norden zu verlassen und entlang von Pfadresten und alten Markierungen
den unteren Stafel passierend unter die Wand mit dem mittleren Stafel (P.1467)
zu gelangen. Reste
von Kunstbauten helfen ungefähr entlang der Koordinate 689 über die Wand
hinauf. Vom
oberen Stafel (P.1602) von Bèdu führte
einst ein Pfad über den Sporn hinauf zu den oberen Weiden der Alpe Paràula.
Er ist weitgehend verschwunden, der Sporn zwischen 1700 und 1800m sehr
steil und nicht einfach zu begehen (T6-).
In Fontana führt der gute 1946 von Olimpio Dalessi erbaute Pfad via
Archetta nach Larèchia. In früheren Zeiten wurde Larèchia ab P.978
durch den Grund des Valle di Larèchia erreicht: Von P.978 traversiert man
auf Wegresten horizontal zum Ri di Larèchia und überquert ihn zweimal (Reste
von Kunstbauten). An nicht sehr offensichtlicher Stelle verlässt man den
Talgrund mittels einer Kehre (früher P.1204) und steigt auf eindrücklicher
noch erhaltener Weganlage via Valègia nach Larèchia an. Ein gepflegter
Pfad meidet (von Archetta kommend) die Gebäude von Larèchia
und leitet weiter auf die Alpe
Fiorasca und die Bocchetta Fiorasca, wo man ins Val
Lavizzara gelangt. Alternativ folgt man von Larèchia annähernd
horizontal dem Wegtrassee nach Cortitt. Dabei ist
vor Cortitt ein ausgedehnter Plattenschuss mittels
vieler Tacche zu queren (II). Von den Ruinen von Cortitt geht man horizontal
weiter und trifft auf die nicht in der Landeskarte
verzeichneten Ruinen von Piscett (früher P.1737). Wenig später beginnt
man über einen Rücken mühsam anzusteigen und erreicht auf ca 1840m die vielen,
ebenfalls nicht auf der Landeskarte verzeichneten Ruinen von Corte Ladoi und
gelangt anschliessend über offeneres Gelände auf die Alpe
Fiorasca.

Cortitt, 20.Juli 2009
Weitere Fotografien der Zonen Paràula, Bèdu, Fiorasca
Von Sabbione gibt es einen wilden Weg nach Màter hinauf. Er setzt sich
über Madrasc, wo eine Abzweigung nach Lairéd und Malüra führte, nach
Launc fort. Diverse Varianten sind bekannt (Forcella del Menegazzi, Via della
Büra,
Böcc dell'Angelo, etc), Details findet man im Buch von Aldo Cattaneo. Von
Ritorto
führt
ein stellenweise hergerichteter Pfad über
Madaröö und Chiènt in wilder Umgebung ebenfalls nach Launc.
Von Rosèd gelangt man auf bescheidenem Pfad auf die drei Stafel der
Alpe d'Ogliè. Früher setzte sich dieser Pfad über P.2176 bis auf die
Bocchetta di Sovénat fort, wo man ins Valle di
Peccia gelangt. Der Pfad
ist heute oberhalb P.2176 gänzlich verschwunden.
Von Faèd gelangt man auf eindrücklicher, teilweise verfallener, teilweise
restaurierter Weganlage über
Terasc in die mythische Alpe Foiòi (P.1718). Bei der Kehre auf 1060m
zweigen die Reste von Pfaden zu den Ruinen von Trünca (P.1396) und von
Foiazzöö (P.1523) ab. Die Alpe di Foiòi wurden früher zeitweise über
die heute verfallene, aber gut begehbare "Strada delle vacche" via Cúpol
von der Alpe Sevinèra her erreicht. Der Weiterweg von Foiòi über die Ruinen
der beiden oberen Stafel in die Bocchetta di Foiòi, wo man das Valle di
Peccia gewinnt, ist anspruchsvoll.

Blick in die
Alpe di Foiòi,
12.September 2003
Foto: Manuel Haas
Von der Seilbahnstation in San Carlo führen Pfadreste über Corte Grande
zum Corte di là der Alpe Sevinèra. Man kann die Bocchetta di Sròdan
überschreiten, und gelangt ins Valle
di Peccia. Oder erreicht entlang
einer alten Weganlage die Weiden von Castello di Sopra oder über die
"Strada delle vacche" die Alpe Foiòi. Von Corte Grande kann man entlang
eines weitgehend verschwundenen Pfades über die Station der Kraftwerksbahn
auf 1960m und unterhalb P.2360 hindurch durch anspruchsvolles, steiles
und grasiges Gelände
bis Zòta
traversieren. Piano dei Vanìs (P.2005) wurde früher auf einem direkten Pfad
ab Campo via P.1812 erreicht. Dieser ist heute gänzlich verschwunden. Indessen
existiert noch ein Werkspfad der Seilbahn von Campo zur Stütze in
Sabbione di Dentro.
Von Campo führen verschiedene Pfade auf die Alpe Piazza; derjenige via Vanzèla
ist noch teilweise erhalten (verblasste weiss-rot-weisse und wenige neuere
gelbe Markierungen), die anderen sind verschwunden. Von Piazza leiten sie
vereinigt, aber stark
verfallen,
auf
die Alpe Zòta
weiter, wobei ab 1880m die von Robièi kommende aufgegebene weiss-blau-weisse
Markierung hilfreich ist. In der anderen Richtung, nordwärts, führt ab der
Höhenkurve 1880m diese aufgegebene Markierung über
ausgesetzte
Grashänge
entlang
des alten noch sichtbaren
Pfades
nach
Chiött, wo man in die neue Markierung einschwenkt, die direkt in langer Querung
von Robièi via Chiött und entlang der Höhenkurve ca 2040m nach Zòta führt.
Ab Zòta leiten diese Markierungen über
den nicht jeden Sommer auftauenden See Acqua Fredda in die Bocchetta
del Masnee weiter, wo man das Valle di
Peccia gewinnt.
Von Robièi gelangt
man auf
verschiedenen einfachen Übergängen in die
Nachbartäler: Über die Bocchetta della Froda oder die Bocchetta del
Lago Nero ins Valle
di Peccia. Über den Passo Cristallina ins Val
Torta und ins Val Bedretto. Über den Passo Grandinagia oder
über die anspruchsvollere
Bocchetta di Formazzora direkt ins Val Bedretto.
Und über die
Bocchetta di Val
Maggia oder die Kastellücke ins italienische Val Formazza.

Basòdino (vom Poncione di Braga), 25.Juli
2009
Weitere Fotografien der Zonen Piazza, Zota, Robièi
Wenden wir uns der orografisch rechten Talflanke zu: Von Bignasco
führen alte Pfade in die Monti di Bignasco: Nach Sècc und weiter bis
Chint, Stagna
und Piano della Motta. Ein anderer, noch recht guter Weg leitet über
Fontanella in die Alpe Cranzünell. Im Corte di Fondo zweigen
verfallende Pfade nach Chint und Ravöra ab. Über die Costone di Càmedo
(P.2121) lässt sich auf die Alpe di Càmedo wechseln. Ravöra lässt sich
auch auf sehr interessantem Pfad über Chignöö direkt vom Tal aus
erreichen. Ein anderer Pfad verbindet Ravöra mit der Alpe Cranzünasc (Einmündung
bei der Höhenkurve 1650m). Alle Zugänge nach Ravöra sind anspruchsvoll.
Von Fontana leitet ein akzeptabler Pfad in die Alpe Cranzünasc. Dieser Pfad
ist - Stand September 2007 - auf einer Höhe von ca 1200/1300m von einem grossen
Erdrutsch betroffen. Die Passage durch eine felsige Rinne mit viel Fallholz
ist mit etwas Mühe dennoch begehbar, Aufräumarbeiten sind im Gange. Über
die Bocchetta di Cerentino kann man problemlos ins benachbarte Valle di
Bosco Gurin wechseln. Eine alte Verbindung von Cranzünell
über
Schièd
nach der Alpe Cazzana ist ebenfalls bekannt.
In Foroglio beginnt das lange Seitental Val Calnègia. Es weist einen
guten Talweg auf, der bis auf die Alpe della Cròsa mit den Laghi della
Cròsa führt. In Puntid zweigen die Reste eines schwierig auffindbaren
Pfades zur Alpe Cazzana ab. Vom Corte di Mezzo oder vom Corte di Cima
lässt sich die Alpe Pisóm (P.1721) erreichen. Cazzana ist auch von
Dreióm über die Corona dei Cristiani erreichbar. Die genannten Routen
sind anspruchsvoll.
Bei P.1037 im Talgrund des Val Calnègia zweigt der Pfad auf die Alpe
d'Orsalietta ab. Zwischen Orsalietta und Pisóm besteht eine wilde
Verbindung über ein sehr ausgesetztes Band ("Cengia del Pisóm"). Von
Orsalietta führen Wegspuren zum Corte di Cima der Alpe d'Orsalìa, die
auch von Calnègia über deren beide untere Stafel direkt erreicht werden
kann.
Man kann über die Bocchetta del Madone, oder über den Lago und die
Bocchetta d'Orsalìa ins Valle
di Bosco Gurin wechseln. Auch diese
angeführten Routen sind anspruchsvoll.
Von Gradisc (P.1703) führt ein Pfad
hinüber in die Alpe Formazzöö, wo man entweder zum Corte di Cima
weitergeht oder auf Pfadspuren über die Ganaccia und die Laghi di
Formazzöö durch wüste Blockfelder die Bocchetta Formazzöö erreicht. Sie
vermittelt den Weiterweg ins Valle
di Bosco Gurin. Von der Bocchetta
Formazzöö führt eine markierte Route durch raue Blockfelder zwischen
Pizzo Cazzòla und P.2716 hindurch zum Passo Cazzòla.
Von den Laghi della Cròsa führen markierte Pfadspuren in die Bocchetta
dei Laghi della Cròsa (nähe P.2507), die den Weiterweg auf die Alpe
d'Antabia eröffnet. Eine direkte Markierung traversiert vom Passo
Cazzòla zur Bocchetta dei Laghi della Cròsa. Andere Pfadspuren führen
von den Laghi della Cròsa zur Bocchetta di Nassa (P.2304), wo man zur
Alpe di Nassa gelangt. Ein wilder Pfad führt von Gradisc (P.1703) zum mittleren
Stafel der Alpe Cròsa (P.1903) und weiter über Piènsgia zu
den Laghi della Cròsa.
Von Foroglio lässt sich Semacorte auf gutem Pfad erreichen. Eine
schwierig auffindbare Abzweigung leitet auf den alten Pfad zum Corte
d'Auénn, wo sich ein Weiterkommen über Pfadreste und Tacche zu P.2083
ergibt. Eine einstige Verbindung von hier über Monte nach der Alpe
Gradisc ist bekannt, Ruinen von Kunstbauten sind sichtbar. Monte wird
auch auf einer verfallenen "Via ferrata" aus dem Talgrund des Val
Calnègia erreicht. Die genannten Routen sind anspruchsvoll.
Von Semacorte führen zwei verschiedene Pfade in die Alpe di
Nassa, nämlich die Strada delle vacche östlich des Riale Nassa (einfach),
und der sentiero alpigiano östlich des Riale (sehr interessant). Vom Corte
di Mezzo (P.1755) (in
der
Landeskarte
fälschlicherweise
als Corte di Cima bezeichnet) führen alte Pfade über den Sandrói nach Costa
und zur Alpe di Solögna. Vom
Corte di Cima (P.2021) (in der Landeskarte fälschlicherweise als Corte
della Valletta bezeichnet) führen alte Wege zum Sattel P.2083, in die
Bocchetta di Nassa (P.2304) und zur Alpe di Solögna.
Von Rosèd leitet ein guter Pfad über Costa in die Alpe di Solögna, wo
man nach Pianaccio oder Sedone weitergeht. Von Sedone leitet eine
Markierung auf die Bocchetta di Fornasel, die sich zwischen P.2280 und
P.2345 befindet. Von hier gelangt man in einer einfachen und markierten
Querung zum Piano delle Creste. Von Sedone führt ein anderer alter Pfad
auf die Alpe Mött (P.1941), die auch sehr anspruchsvoll auf alten Wegen
von Sonlèrt via Corte di Val Dentro und Schièda erreicht wird. Cadinc
hingegen wird von Fontanelada auf sehr interessantem Pfad über Hunderte
Tacche erreicht. Hierzu folgt man dem Riale di Croazzöö orografisch
links bis auf 950m. Orange Markierungen weisen nun über abschüssige
Felsplatten mit hunderten von Tacche. An einer bestimmten Stelle ist eine
3 Meter hohe Felsstufe (III) zu überwinden.
Man erreicht so die Ruinen von Cadinc, von wo man problemlos nach Corte
Nuovo (Solögna) weitergehen kann.

Cadinc, 28.Juli 2007
Weitere Fotografien der Zone Cadinc, Solögna, Nassa
Von San Carlo führt ein guter Wanderweg in die Alpe d'Antabia und zum Rifugio
Piano delle Creste.
Von hier oder direkt vom Corte Grande der Alpe d'Antabia kann man ohne
Probleme auf die Terrasse von Pianascióm und den Tamierpass ins
italienische Val Formazza (Pomatt) überschreiten. Andere Pfade führen
von Piano delle Creste in die Bocchetta di Fornasel, zum Sattel P.2419
und in die Bocchetta dei Laghi della Cròsa. Ferner ist von Campo zum
Corte Grande der Alpe d'Antabia eine anspruchsvolle Verbindung bekannt.
Die anzutreffenden Schwierigkeiten auf den gewöhnlichen Alpwegen
betragen ungefähr:
| Cranzünasc | T3 |
| Cranzünell | T4 |
| Cazzana | T5 |
| Orsalìa | |
| Orsalietta | T5 |
| Formazzöö | T3 |
| Cròsa | T3 |
| Nassa (strada della vacche) | T4 |
| Nassa (sentiero alpigiano) | T5 |
| Solögna | T3 |
| Cadinc | T5 |
| Schièda | |
| Antabia | T2 |
| Robièi | T2 |
| Piazza | T4 |
| Sevinèra | T4 |
| Foiòi | T5 |
| Ogliè | T4 |
| Magnasca Launc | T4 |
| Magnasca Màter | T3 |
| Fiorasca | T3 |
| Bedù | T5 |
| Paràula | T4 |