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Val
Cama |
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Langes,
trotz den Unterkünften im Tal nicht sehr häufig besuchtes Seitental der Mesolcina.
Florian Boller hat 2007 am Beispiel des Val Cama eine
interessante Diplomarbeit zum
Thema Remoteness im Südalpenraum verfasst. Die Alp
de Lagh wird wieder genutzt und bietet auch Unterkunft.
Der Talweg ist in bestem Zustand und offensichtlich. Eine Abkürzung
führte früher von Ogreda entlang der Schlucht des Rià de Val Cama
direkt nach Provesc, dieser Pfad ist weitgehend verfallen. Beim Brunnen
in Provesc zweigt der nicht immer erkennbare, aber doch vorhandene Weg
ab, der auf die Alp de Borgen und weiter nach Motta Giova führt.
Unterwegs passiert man eine schlechte Abzweigung, die zur Ruine von
Arva (P.1055) führt. Die Alp de Borgen scheint einst auch auf einem
Pfad von Norantola via Mont und Sor erreichbar gewesen zu sein.

Val Cama von Vìderla (ob Santa Maria in Calanca), 17.März 2007
Über die Alp di Besarden, von wo ein verfallener direkter Pfad zu
P.1439 am Weg zur Alpe Vazzola führt, erreicht man die auf der Wiese von Tambò
befindliche Abzweigung
nach
Brion: Dieser Pfad befindet sich in recht akzeptablem Zustand und führt
entlang einer aufgegebenen und allmählich verblassenden offizieller Markierung
auf
die
Alp
di
Brion,
1777m.
Es
ist
möglich, von hier die Bocchetta de Brion zu überschreiten, um nach Gagna Predon
im Val d'Arbola zu gelangen
(nicht einfach). Von der Alp di Brion geht man genau östlich und weitgehend
weglos
weiter
zu
den
Ruinen
von
Brion sopra, ca 1960m,
wo
sich
ein
alter
Wegweiser
mit Andreaskreuz befindet.
Alte Markierungen und Pfadreste setzen sich von hier in
schlechter
Qualität zunächst waagrecht, dann bis auf 2020m ansteigend (südlich P.2132),
zum
Schluss
wieder
gegen das wilde Tobel des Ria di Broieta absteigend fort. Dieses Tobel wird
wenige
Meter
tiefer
als Alp
de Broieta überquert. Diese Alp wird - entgegen den Angaben
im
SAC-Clubführer - am einfachsten direkt vom Lagh de Cama erreicht wird: Etwas
vor
dem Rifugio
Miralago steigt man durch
locker bestockten Wald gegen die Rinne, die von P.2330 herabkommt.
Dort, wo das Gelände steiler und verbuscht wird, geht man nach links
auf eine Rippe und trifft wenig höher auf den guten und markierten Pfad
durch den Bosch di Marca zur Alp
de
Broieta. Von hier kann man auf den
Spuren eines alten Wegtrassees auf die Bocchetta de Cressim steigen, wo
man ins Val d'Arbola gelangt, oder auf
bescheidenem alten Pfad über die Ruinen von P.1974 auf die Alp de
Sambrog traversieren. Vom Lagh de Cama lässt sich die Alp de Sambrog
auf einem guten und markierten Pfad über die Alpen Albion und
Vec erreichen.
Eine undeutliche offizielle Markierung führt von Sambrog auf Trittspuren
weiter in die Bocchetta de Cressim. In alten Karten und Verzeichnissen wird die
Alp de Sambrog als Rifugio geführt. Das Gebäude ist zwar offen, befindet
sich
aber in
erbärmlichen
Zustand;
eine
Übernachtung
ist
nicht
zu
empfehlen.

Alp de Broieta, 3.Juli 2010
Von Gallina am Lagh de Cama führt ein guter, aber steiler Pfad auf die
Alp de Vazzola.
Wenig darüber befindet sich eine Verzweigung: Rechts
geht es auf einer Wegspur in die Bocchetta del Segnale di Vazzola, wo
man ins Val Leggia eintritt. Links auf eher
gutem Pfad zur Alp di Agnon, die auch sehr mühsam entlang von
alten Markierungen vom Lagh de Cama direkt erreicht wird (nicht
empfehlenswert trotz der noch vorhandenen Markierungen, ausgedehnte Erlenfluren).
Von der Alp di Agnon kann man durch ein Couloir, das auch im Sommer vereist sein
kann, in die Bocchetta di Val Cama (P.2270) steigen, um ins italienische Valle
del Dosso zu gelangen.

Talschluss Val Cama mit Piz Martèl, 3.Juli 2010
Von der Alp di
Lumegn, jenseits des Lagh de Cama, führen markierte
Pfadspuren über die Scala Santa auf die Bocchetta del Notar, die ins
italienische Valle Bodengo führt. Ein anderer Aufstieg, führt durch das
felssturzbedrohte Valon auf die Bocchetta del Valon. Von einer
Begehung des Valon ist wegen erhöhter Steinschlaggefahr
abzuraten.
Sicherer ist es, über den
Pfad der Bocchetta del Notar bis auf 2000m aufzusteigen, und von dort
allmählich weglos zur Bocchetta del Valon zu traversieren. Der
Pass vermittelt gemeinsam mit der Bocchetta Meridionale della Cengia
den Übergang ins Valle del Dosso oder zusammen mit der Bocchetta del
Caminetto den Eintritt ins Valle di Darengo. Für Einzelheiten zu diesen
Übergängen siehe den SAC-Clubführer. Wer den Sasso Bodengo zum Ziel
hat, der sei darauf hingewiesen, dass der Ostgrat von der Bocchetta di
Correggia deutlich leichter ist (T5+, II) als alle anderen beschriebenen
Routen.
Von den Pässen und Bergen im Grenzgrat zu Italien fällt der überaus markante
Pizzo Cavregasco auf, der vollständig auf italienischem Boden steht.