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Monte
Generoso
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generoso
Höchster Berg des Mendrisiotto. Hundert Meter unterhalb des Gipfels befindet
sich das Albergo,
zu welchem von Capolago aus eine Zahnradbahn
führt.
Empfehlenswerter für eine Übernachtung ist hingegen die Osteria
La Peonia auf
Bellavista. Die wenig besuchte Westflanke des Generoso bietet ausserordentlich
wildes und anspruchsvolles
Gelände, das
einst
von verschiedenen
Pfaden durchquert
wurde,
unter anderem
dem häufig genannten Sentiero delle Guardie. Die gesamte Zone ist bekannt
für ihre ungewöhnlich reiche Flora, zum Beispiel die im Mai und Juni
blühende
Pfingstrose.

Baraghetto, Monte Generoso von der Cima dei Torrioni, 2.Mai 2009
Beim höchsten Punkt (P.796) des Wanderweges Rovio - Lembro zweigt ein offiziell
markierter Bergweg ab, der über die Pianche nach Pianca dell'Alpe führt, wo der
von Alpe d'Arogno (Valle Mara) zum Monte Generoso führende Wanderweg hindurchkommt.
Von Rovio führt ein unmarkierter, nicht immer guter Pfad über Prato di Pioda
nach Perostabbio.
Am oberen Rand der Wiese von Prato di Pioda lohnt sich ein kurzer Abstecher
zur Quelle der Sovaglia. Oberhalb von Perostabbio setzt sich das Weglein in der
steilen grasig-felsigen Westflanke des Generoso als Via delle Variante bis zu
P.1652
im
Nordgrat
des
Monte Generoso fort. Es sei darauf hingewiesen, dass es sich dabei um keinen
Wanderweg, sondern um eine alpine Route handelt (T5).
Bei 1550m kann man alternativ über steile Grashänge zu P.1659 nördlich des Baraghetto
aufsteigen, wo die nach mehrjähriger Sperre wiedereröffnete Via ferrata Angelino
(Klettersteig) über
den
Nordgrat
des
Generoso
ihren
Anfang nimmt.
Wenig oberhalb Perostabbio zweigt auf 1280m der nördliche Teil des Sentiero
delle
Guardie ab. Anfänglich sind kaum Wegreste sichtbar, man setzt die Traversierung
auf gleicher Höhe fort. Sobald
man
in
das
erste Tobel eintritt, helfen Trittspuren und Steinmänner bei der Routensuche.
Später
sind
Reste des Trassees und von Kunstbauten sichtbar. Das aus der Piancaccia herabkommende
Tobel wird entlang eines gut sichtbaren Trassees über eine heikle erdig-nasse
Stelle
hinweg verlassen. Man
traversiert
unter
der
Wand,
die
P.1531
stützt,
hindurch
und
erreicht
die
Wiese
der Camoscia
an
ihrem
unteren
Rand. Über die Reste des einstigen Weges gelangt man zu P.1445, wo der offizielle
Wanderweg hindurchläuft. Perostabbio - Camoscia (P.1445): 1:30, T5.
Auf alten Karten ist ein anderer Pfad vermerkt,
der
vom Perostabbio-Weg bei ca 1000m abzweigte und nördlich des Sasso Bianco
direkt
zur Camoscia führte, Details hierzu fehlen. Die Piancaccia, einst von Wildheuern
genutzt, wurde früher auf einem Pfad von der Camoscia erreicht. Er ist verschwunden,
das Gelände erscheint ausserordentlich heikel.

Piancaccia von Perostabbio, 6.April 2009
Unmittelbar beim Rifugio
von Perostabbio beginnt der südliche, anspruchsvolle
Teil des Sentiero delle Guardie: Obwohl auf den ersten Metern keinerlei Wegreste
zu finden sind, traversiert man waagrecht in die Flanke Richtung Val delle Pianchette,
bald trifft man auf einzelne Markierungen in Form von Steinmännchen und schwarzem
Klebeband. Mit etwas Phantasie sind im weiteren Verlauf auch Trasseereste
auszumachen.
Man durchquert so nahezu waagrecht das Val Scura, traversiert unter P.1286 hindurch,
quert das Val delle Pianchette (heikle, ausgesetzte Stelle) und viele weitere
Gräben und Tälchen und
trifft
schliesslich in
der
Zone Pianchette auf
das
Vallone, jenen Graben, der vom Albergo Generoso hinabstürzt.
Es ist dies der achte Graben ab Perostabbio gezählt. Durch das Vallone ist eine
Ausstiegsroute
bekannt
(siehe
SAC-Clubführer).
Der
Sentiero delle Guardie traversiert weiter waagrecht auf abschüssigen, erdigen
Bändern zwischen senkrechten Felsstufen. In diesem Abschnitt ist die Route
spärlich rot markiert. In der Zone oberhalb des Turmes P.1121 sind diverse ausgesetzte
Passagen zu überwinden. Nach Passage eines Drahtseiles, dessen Verankerung defekt
ist, erreicht man allmählich einfacheres Gelände und traversiert waagrecht
bis leicht absteigend entlang einzelner Markierungen zu den Ruinen der Alpe Cornasella,
ca 1090m (auf der Landeskarte nicht verzeichnet, sie befinden sich rund 200m
östlich
von
P.1091). In der Gegenrichtung ist der Einstieg schwierig zu finden. Perostabbio
- Cornasella: 3:00, T6-.

Pianchette, Cima di Sassalto von Perostabbio, 5.April 2009
Auf diesem Foto verläuft der Sentiero delle Guardie
über das Band am äussersten unteren Bildrand.
Die Alpe Cornasella wird von Rovio kommend zunächst auf dem offiziell markierten
Wanderweg
zur
Alpe
di Melano erreicht: Wenig oberhalb von P.703 zweigt ein gut erhaltener, anfänglich
aber schlecht erkennbarer und diskret markierter Pfad ab, der via Pianca
delle Tanelle in den oberen Teil des Valle della Carbonera leitet.
Bei ca 950m
befindet
sich
eine
Verzweigung:
Waagrecht geradeaus gelangt man um den Sasso Piatto herum zur Alpe
di Melano, links steil ansteigend zu den Ruinen
von Cornasella.
Ebenfalls existiert ein noch erhaltener Pfad von der Alpe di Melano via die Ruine
von Cascina di Mezzo (ca 1000m) nach Cornasella.
Der Sentiero delle Guardie setzt sich hingegen auf gut verkennbarem Trassee waagrecht
nach Südosten fort, traversiert das von Motto di Cima herabkommende Tobel und
erreicht auf dem Rücken oberhalb der Ruine von Cascina di Mezzo die von Alpe
di Melano heraufkommende Tiralocchio-Route: Ein Weglein vermittelt den weiteren
Aufstieg, wobei eine erste felsige Passage auf dem nach Tiralocchio hinaufstreichenden
Sporn über Schutt nordseits umgangen wird. Bei P.1339 erreicht man offenes
Gelände und folgt dem noch erhaltenen Wegtrassee zu P.1452, wo man die Geleise
der Zahnradbahn zum Wanderweg überschreitet. Cornasella (oder Alpe di Melano)
- Tiralocchio - P.1452: 2:00, T4+.

Pfingstrose am Monte Generoso
Foto: hikr.org (360)
Von Melano führte bis vor wenigen Jahren ein offiziell markierter Wanderweg via
Oratorio Madonna del Castelletto, Val della Chiesa und Piodaro auf die Alpe di
Melano. Dieser Pfad wird nicht mehr unterhalten und verfällt. Er ist bereits
jetzt an verschiedenen Stellen nur noch schwer auffindbar. Seine Begehungen kann
Wanderen nicht mehr empfohlen werden. Melano - Val della Chiesa - Alpe di Melano: 2:00,
T4-.
Von Capolago führt ein bescheidener, mehrfach unterbrochener Pfad via Ova
Tesa
und
Val
Corta
nach
Scereda
an
der
Fahrstrasse
nach Bellavista. Er ist inoffiziell markiert, doch ist seine Begehung
bis
zum Rifugio
Val Corta (P.893) an verschiedenen Stellen recht heikel (T4+, 2:00). Vom
Rifugio geht man auf dem sehr breiten Betriebsweg der Verbauungen im Val Corta
bis nach
Scereda
weiter.
Auf der Seite des Valle di Muggio ist der Monte Generoso generell sanft. Die
Landeskarte liefert ein vollständiges Bild der vorhandenen Pfade. Unterkunft
findet man in der Osteria
La Peonia auf Bellavista oder in den Agriturismi Dosso
dell'Ora oder Alpe
La Grassa.
Auf der anderen Talseite des Valle di Muggio ist der Sasso Gordona
von besonderm Interesse. Sein Gipfel liegt bereits vollständig auf italienischem
Territorium. Der Gipfel ist von allerlei Bunkeranlagen, die besichtigt werden
können, durchlöchert.
Als
Stützpunkt
dient
das
nahe
Rifugio
Prabello.

Sasso Gordona vom Poncione di Cabbio, 4.April 2009