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Val Caurì (Ghina)
 



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Am 26.September 2008 im Abstieg begangene Route. Man beachte auch die separat beschriebene Caula-Route, die einen direkten Zugang ab Orfalecchio nach Alpe Caurì erlaubt. Die Namensgebung der Zone ist nicht überall eindeutig. Wir übernehmen nunmehr die von Ivan Guerini um 1975 eingeführten Bezeichnungen: Das Val Caurì führt vom Rio Valgrande über die Alpe Caurì in die Forcella di Val Cavrì. Oberhalb der Alpe - gegen die Corona di Ghina - befindet sich das Vallone di Ghina, das sich in die Äste nach P.1893 und nach P.1900 aufspaltet. Das Tobel gegen den Sattel zwischen Cima Tuss und Cima Sasso wird als Vallone di Tuss bezeichnet, dasjenige gegen die Cima Sasso als Valletta di Sasso.
Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die beschriebene Route durch das Riserva integrale des Nationalparks führt und die Begehung somit offiziell nicht erlaubt ist.
Aus gegebenem Anlass folgende zusätzliche Hinweise: Eine gute physische und psychische Konstitution des Alpinisten ist unerlässlich. Eine entsprechende Ausrüstung einschliesslich Biwakmaterial ist unabdingbar. Wer Zweifel an seinen diesbezüglichen Fähigkeiten oder der Qualität seiner Ausrüstung hat, der nehme Abstand von dieser Unternehmung!

Anreise

Die Höhle der Arca, wo man übernachten kann, wird auf dem Schluchtweg in 2:30 ab Orfalecchio erreicht.

Val Caurì
Blick ins Val Caurì, 26.September 2008


1. Etappe: L'Arca - Alpe Caurì (T5; 2:30)


Die Schwierigkeit dieser Route besteht darin, möglichst dem ehemaligen Pfad treu zu bleiben, der die besten Durchschlüpfe kannte. Da dies sehr schwierig ist, hängen Zeitaufwand und Schwierigkeiten stark vom Orientierungssinn des Alpinisten ab. Die obigen Angaben beziehen sich auf einen günstigen Fall.

Bei der Höhle der Arca setzt man über den Rio Valgrande über, was bei hohem Wasserstand sehr schwierig bis unmöglich ist. Jenseits steigt man durch den Grund der Schuttrinne des Val dell'Arca bis auf ca 850m auf. Durch eine steile, unangenehme Passage im Buchenwald beginnt man rechts aufwärts zu traversieren, wobei man vereinzelt auf Markierungen und kaum mehr wahrnehmbare Wegreste trifft. Auf dem ersten Rücken angelangt, steigt man nicht mehr weiter auf, sondern beginnt eine lange Traversierung, die auch manchmal mit kurzen Abstiegen verbunden ist, über P.876 bis zu einer Ruine westlich P.876, siehe Foto unten. Die Traverse führt teilweise durch anspruchsvolles Gelände, wiederholt trifft man auf verfallene Kunstbauten der alten Weganlage.

Rovine
Ruine ob Arca, 01. April 2005

Von der Ruine folgt man einem recht guten Pfad, bis dieser in einer breiten Rinne vor einer senkrechten Felswand endet. Man steigt durch die Rinne rund 50 Meter auf, und durchsteigt auf einem schmalen, ausgesetzten Band die Wandstufe (Steinmann). Am oberen Rand der Stufe trifft man auf die Wegfortsetzung, die zum Sättelchen, das sich wenig nördlich des Buchstabens 'r' des Namens 'Val Caurì' auf der Landeskarte befindet, ca 1000m, leitet. Vom Sättelchen steigt man nordseits heikel etwa 20 Meter gerade hinunter und findet einen guten Pfad, der bis zu den Ruinen der Alpe Caurì, 970m, führt. Hier kreuzt man die separat beschriebene Route Orfalecchio - Forcella di Val Cavrì.



2. Etappe: Alpe Caurì - Corona di Ghina - Prati di Ghina (T5-; 4:00)


Von den Ruinen der Alpe Caurì folgt man einem Pfad bis zur Einmündung des von der Forcella di Val Cavrì herabkommenden Riale, den man überquert. Man folgt den Pfadresten, steigt stärker an, und trifft auf den weiter oben noch gut erhaltenen Pfad zu den Ruinen von Alpe Caurì sopra, ca 1170m.

Alpe Caurì sopra
Alpe Caurì sopra, 26.September 2008

Der einstige Pfad verfolgte ab hier weiter die orografisch rechte Flanke des als Vallone di Ghina bezeichneten Tales, doch ist er auf weiten Abschnitten verschwunden und das Gelände eher mühsam. Mit Vorteil traversiert man daher in das geröllige Bachbett des Riale und gewinnt in ihm zügig an Höhe. Auf ca 1420m teilt sich das Tal: Während man links hinauf sehr anspruchsvoll direkt zu P.1893 gelangen könnte (siehe Lorenz),
verbleibt man zunächst im geraden Ast; steigt zuerst rechts über Geröll, dann links über bewachsene Stufen bis unter eine linkerhand begrenzende Felswand. Über Gras und Platten überquert man den Wasserlauf und verlässt danach die tiefste Rinne des Vallone di Ghina in genau östliche Richtung: Durch eine mit Bäumen bestandene breite Rinne gewinnt man steil ca 150 Meter an Höhe und gelangt schlussendlich rechts auf eine vorspringende Kanzel, jenseits welcher sich ein weiterer Wasserlauf befindet, der mit einem hohen Wasserfall ins eigentliche Vallone di Ghina hinunterstürzt. Von der Kanzel steigt man in südlicher Richtung ca 15 Meter ab, traversiert ein Band und gelangt in einen nur mässig steilen Buchenwald. Durch den Buchenwald wird aufwärts gestiegen und so trifft man in Kürze auf einem grossen Vorsprung mit einer schönen Wiese ein, deren Höhe leider nicht einwandfrei ermittelt wurde, sie sollte auf ca 1580m liegen. Diese flache Wiese fällt von verschiedenen Standpunkten, zum Beispiel von den Strette del Casè auf. Von der Wiese führt ein felsiges Grätchen bis zur Corona di Ghina hinauf. Unmittelbar südlich dieses Grätchens erlaubt eine breite Grasrinne ein rasches Höhersteigen. Sobald gut möglich benutzt man das nunmehr grasig-schrofige Grätchen selbst, und wird wenig vor dem Ausstieg auf die Corona di Ghina für etwa 50 Meter in eine lichte Erlenpassage auf der Nordseite abgedrängt. Auf der Corona angelangt nimmt man die hier hindurchlaufende alte dunkelrote Markierung des Originalverlaufs des Sentiero Bove wahr. Man kann der Markierung steil nach Süden auf die Cima Sasso folgen, oder nach Norden in einen nahen Sattel gelangen, von wo man in Kürze ostseits auf die Prati di Ghina absteigt, wo die Route durch die Strette del Casè hindurchkommt.

Ausstiegsgrätchen
Grätchen mit Schlussaufstieg, Rückblick von der Corona di Ghina, 26. September 2008

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Weitere Fotografien

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