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Corte del Bosco
 



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Am 10.Juni 2009 begangener Aufstieg von Uccigiola via Val Velina und Corte del Bosco auf die Alpe Belmello. In der Tat existiert ein verfallender direkter Pfad von Uccigiola durch das Val Velina nach Corte del Bosco. Es ist allerdings deutlich einfacher, aber auch eintöniger von Velina nach Corte del Bosco zu steigen, siehe Variante. Die Wegzeichnungen der Landeskarte entsprechen in der gesamten Zone nicht der heutigen Realität! - Von den Weiden oberhalb Corte del Bosco kann man weglos auf die Cima Sasso oder die Cima Tuss steigen. Von der Alpe Belmello lässt sich in kurzer Zeit die Casa dell'Alpino auf der Alpe Pra gewinnen und nach Cicogna zurückkehren. Alternativ kann man auch via Alpe Ucciascia zurückkehren.
Aus gegebenem Anlass folgende zusätzliche Hinweise: Eine gute physische und psychische Konstitution des Alpinisten ist unerlässlich. Eine entsprechende Ausrüstung einschliesslich Biwakmaterial ist unabdingbar. Wer Zweifel an seinen diesbezüglichen Fähigkeiten oder der Qualität seiner Ausrüstung hat, der nehme Abstand von dieser Unternehmung!

Anreise

In Cicogna, das vom öffentlichen Verkehr nicht bedient wird, findet man im Cà del Pitur Unterkunft.

Corni di Nibbio
Corni di Nibbio von Corte del Bosco, 10.Juni 2009


1. Etappe: Uccigiola - Val Velina - Corte del Bosco (T5; 2:30)

Zunächst gilt es die vorhandenen Inkonsistenzen der Landeskarte 285 aufzuklären: Der heutige Wanderweg Uccigiola - Velina (Baserga, 687m) führt nicht via Alpe Vota, sondern rund 120m unterhalb der Ruinen hindurch. Die Zugänge nach Vota sind komplett verschwunden. Der Pfad von Velina di sopra (P.834) nach Corte del Bosco ist nicht mehr vorhanden resp. nicht in Benutzung. Stattdessen existiert eine grosszügige, deutlich weiter östlich verlaufende Weganlage, die bis an das Val Velina heranreicht, vgl. untenstehende Variante.

Von Uccigiola folgt man dem Wanderweg, überquert ein erstes Tobel, umrundet den Rücken auf dem 120m weiter oben Alpe Vota steht und gelangt in ein zweites Tobel (das von Alpe Belmello herabkommt). Unmittelbar nach Überschreitung des Baches verlässt man den nun abwärts führenden Wanderweg und traversiert in Kürze weglos aufsteigend auf den felsigen Rücken vor dem Val Velina, den man bei einer grossen Plattform mit Resten einer Seilbahnanlage erreicht. Verblasste blaue Markierungen leiten noch wenige Meter über den felsigen Rücken hinauf, bevor sie in eine waagrechte oder manchmal schwach ansteigende Traversierung in das Val Velina hinein übergehen. Die Markierungen verlieren sich bald, man folgt im steilen, abweisenden Gelände den häufig auftauchenden Resten von Kunstbauten, die zumeist durch Trittspuren miteinander verbunden sind. Wer die Route in diesem Bereich verliert, sollte zurückgehen und erneut nach der Wegfortsetzung suchen, da eine Querung des Val Velina ausserhalb des alten Pfades kaum möglich ist. Ungefähr auf halber Strecke zwischen dem Rücken und dem Rio Velina führt der Pfad über einen kühnen hängenden Steg (pontì) um eine Felsnase herum. Das Bauwerk erscheint nicht mehr vertrauenserweckend, indessen bleibt keine andere Möglichkeit zur Passage. Mit grösster Vorsicht, unter Auslassung der morschesten Stellen, passiert man einzeln den Steg. Anschliessend gelangt man auf allmählich besser werdendem Pfad leicht ansteigend zum Rio Velina. Der Fluss wird gequert, was schon bei mittlerem Wasserstand ein heikles Manöver erfordert.

Jenseits führt ein gutes Wegtrassee aus dem Val Velina hinaus und trifft nach wenigen Minuten auf die hier für ein kurzes Stück waagrecht verlaufende grosszügige Weganlage von Velina nach Corte del Bosco (die - wie bereits erwähnt - nicht identisch mit der Wegzeichnung der Landeskarte ist). Man biegt in scharfer Kehre auf diese Weganlage ein und folgt ihrem Verlauf, die durch ein relativ flaches Trassee mit grosszügigen Kehren und zurückgestutzer Vegetation gekennzeichnet ist. Weiter oben wird der Pfad schmäler und steiler, wenig später trifft man bei den Ruinen von Corte del Bosco ein.

Die Aussicht am Ort der Ruinen ist wegen des Buchenwaldes beschränkt. Es empfiehlt sich daher ein kurzer Abstecher zu P.1337, der mit einer überwältigenden Aussicht aufwartet. Der Pfad dorthin ist noch vorhanden; er führt lediglich durch Buchenwald, und nicht durch felsiges Gelände wie dies die Landeskarte erwarten lässt. T3, 0:10.

Corte del Bosco
Corte del Bosco, 10.Juni 2009

Variante: Velina - Velina Alta - Corte del Bosco (T3; 2:00)

Vom Rifugio in Velina Baserga, 687m, geht man auf dem Wanderweg hinüber nach Velina di sotto, 660m, wo man zwischen den Ruinen Markierungen in Form eines roten Doppelpunktes findet. Man folgt ihnen zu den Ruinen der beiden einst grossen Stafel von Velina Alta, 798m und 834m, schön und aussichtsreich auf einer offenen Wiese gelegen. Nun ist es wichtig zu wissen, dass der in der Landeskarte verzeichnete Pfad nach Corte del Bosco nicht mehr den heutigen Realitäten entspricht, daher geht man wie folgt: Bei den nördlichsten Ruinen beginnt ein sanft abwärts führender Pfad, mit sehenswerten Resten eines beidseitigen Holzzaunes, der zur Quelle von Velina Alta und zu den Ruinen von Cassinella leitet. Alternativ ist es auch möglich von der Quelle von Baserga direkt über Pfadreste nach Cassinella zu gelangen, doch würde man dabei das sehenswerte Velina Alta verpassen. Von Cassinella sticht man zunächst weglos in den Wald hinauf und beginnt dann ansteigend gegen das Val Velina zu traversieren. Dabei trifft man auf das breite Wegtrassee, das sich bald mit der oben beschriebenen Route von Uccigiola vereinigt.

Velina Alta
Velina Alta, 19.Mai 2010

2. Etappe: Corte del Bosco - Alpe Belmello - La Selva (T3; 2:00)

Auch in diesem Abschnitt entspricht die Wegzeichnung der Landeskarte nicht den heutigen Verhältnissen. Man verlässt Corte del Bosco über einen nach Nordosten hin ansteigenden Weg. Im Buchenwald finden sich verschiedene Farbmarkierungen, die aber bald wieder enden. Das Trassee wird schliesslich waagrecht und führt - auch mit kurzen Abstiegen - durch eine Erlenzone hindurch auf die offenen einstigen Weiden des Talschlusses des Val Velina, ca 1340m. Am Anfang ist auch im Gras noch das alte Wegtrassee zu erkennen, was bei einer eventuellen Begehung in der Gegenrichtung von grossem Nutzen ist. An dieser Stelle ist es nun möglich, weglos über die einstigen Weiden auf die Cima Tuss zu steigen. Andernfalls überquert man den Rio Velina und steigt dann weglos in beliebiger Routenführung auf den Südwestrücken von P.1632, den man auf 1440m überquert. Jenseits des Rücken folgt man dem nun wieder vorhandenen Weg, der waagrecht zu den aussichtsreichen Ruinen der Alpe Belmello führt, wo sich eine stets fliessende Quelle befindet.

Falls man zur Cima Sasso weitermöchte, steigt man von den Ruinen geradewegs zur Colma di Belmello hinauf. Andernfalls folgt man dem sichtbaren Wegtrassee, das zuerst ansteigt und dann waagrecht auf den Rücken leitet, über den der Wanderweg Alpe Pra - Cima Sasso führt. Hier befindet sich jenseits der Wald La Selva. Auf dem in unmittelbarer Nähe befindlichen Monte Spigo mündet die separat beschriebene Route via Alpe Ucciascia ein. Von La Selva erreicht man in 0:30 die Casa dell'Alpino auf der Alpe Pra.

Cima Sasso
Sentiero Corte del Bosco - Alpe Belmello, 10.Juni 2009

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