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Rio
Valgrande |

Man
überquert den Fluss und folgt dem Schluchtweg
bis zur Plattform der einstigen Seilbahnstation. Über einen guten Pfad
gelangt man zurück ans Ufer des Rio Valgrande jenseits der extremen und
unpassierbaren Schlucht der Arca. Der Fluss wird gequert. Auf der anderen Seite
findet man
einen guten Pfad vor, der im Wald etwa 30 Meter ansteigt und zu einem sehr
angenehmen
und
eingerichteten Biwakplatz führt. Matten und Kochgeschirr sind vorhanden.
Die
Übernachtung an dieser Stelle kann empfohlen werden. Vom Platz folgt man
Wegspuren waagrecht zurück zum Fluss und gelangt zu einem heiklen Routenabschnitt
zwischen senkrechten Felsen. Je
nach Wasserstand muss der Fluss vier oder sechs Mal in kurzer Folge überquert
werden. Ein kurzer Abschnitt muss im Flusslauf selbst überwunden werden.
Die Wassertiefe und die Strömung an jener Stelle dürfen auch bei
Niedrigwasser nicht unterschätzt werden. Möglicherweise muss der
Fluss schwimmend überwunden
werden, das Gepäck ist mittels aufzubauender Seilbahn nachzuführen.
Danach wird das Gelände einfacher, und man verfolgt das orografisch rechte
Ufer des Flusses bis zur Einmündung des Val Balm Bert, wo eine Doppelüberquerung
notwendig wird. Weiter auf der rechten Seite nähert man sich nun der Einmündung
des Val Fredda. Unmittelbar davor wird eine Flussschlaufe in Doppelquerung überwunden.
Man überquert den mündenden Rio Valfredda und erreicht den eingerichteten
Biwakplatz von Lancone di Valfredda.
Nach diesem Platz nehmen die Schwierigkeiten wieder deutlich zu. Zunächst quert
man den Rio Valgrande zwei Mal und sieht dann den etwas weiter vorne in der
Schlucht stehenden See Lancone di Valfredda. Am besten wägt man die Situation
anhand des Wasserstandes gleich von hier aus ab; es bestehen zwei Möglichkeiten:
1) Durch den See: Man überquert den Fluss und folgt einer Kiesbank orografisch
links bis zum See. Bei mittlerem oder hohem Wasserstand steht die Kiesbank
unter Wasser und das Manöver ist nicht möglich. Anhand einer unter Wasser stehenden anderen
Kiesbank durchwatet man den See in leicht S-förmiger Route zum orografisch
rechten Ufer hin. Bleibt man dieser Kiesbank treu, kommt man mit trockenem
Rucksack durch den See. Verliert
man
sie, so muss geschwommen werden.

Durchquerung des Lancone di Valfredda bei Niedrigwasser, 13.März 2006
2) Entlang des rechten Ufers: Man verzichtet auf die Flussquerung und bleibt
am rechten Ufer bis zu einem Überhang. Man steigt unterhalb des Überhangs den
Hang hinauf und trifft auf ein Drahtseil das nach rechts über eine glatte Platte
hilft (III-) und in ein Kamin hineinleitet. Man klettert das senkrechte Kamin
etwa vier Meter hinauf (II+) und gelangt auf einen exponierten Vorsprung oberhalb
einer grossen Platte. Man verfolgt die Oberkante der Platte auf abschüssigem,
heiklen Grasband. Jenseits der Platte lässt sich relativ problemlos wieder
das Flussbett erreichen.
Nach erfolgreicher Überwindung der Passage übersteigt man eine weitere Kiesbank
und quert abermals den Fluss. Entlang des linken Ufers dringt man nun rasch
und einfach bis gegen die Lanca del Grup dla Sèca vor, ein tiefer See, eingeklemmt
zwischen zwei rund 50m hohen turmartigen Pfeilern. Bereits einige Meter vor
der Lanca quert man den Fluss, und steigt in die orografisch rechte Flanke
um
den Pfeiler
umgehen zu können. Dabei muss etwa 80 Meter angestiegen werden. Hat man den
Pfeiler hinter sich gelassen, so geht man allmählich wieder zum Flussufer hinab,
und sucht sich einen günstigen Durchschlupf um ins Flussbett gelangen zu können,
das von einer unterschiedlich hohen Felswand begrenzt wird. An geeigneter Stelle
überquert man wieder den Fluss und gelangt an die Einmündung des plattigen
Val Negra. Zwar wäre es möglich, auch weiterhin dem Flusslauf zu folgen, doch
müsste dabei eine weitere Lanca heikel umgangen werden. Besser ist es in
das Val Negra etwa 20 Meter hinaufzusteigen, bis ein kurzes Stück vor die ersten
Platten. Dort trifft man auf einen guten Pfad, der die gesamte Passage bequem
und einfach
umgeht und gemeinsam mit dem Schluchtweg wieder zum Rio Fiorina hinabführt,
der hier ein vierundzwanzigstes und letztes Mal überwunden wird.

Lanca del Grup dla Sèca
Auf der
anderen Flussseite steigt man gleich wieder 15m auf, um auf eine
Terrasse mit der Wegfortsetzung in Richtung Norden zu gelangen.
Auf der Terrasse und beim
nächsten einmündenden Seitental weisen mehrere Tafeln auf die
Gefährlichkeit des Schluchtweges hin. Man folgt diesem flachen
Seitentälchen durch einen Buchenwald und gelangt so auf den Pfad von
In la Piana nach Val Gabbio, wenige Schritte südlich der
Wiese
mit
dem
Forsthaus und dem neuen
Biwak von In la Piana.