www.alpi-ticinesi.ch
Rio Valgrande
 



alpi-ticinesi.ch > val grande > escursioni > bassa val grande > rio valgrande


Das Begehen dieser Route ist verboten; Begeher werden vom Corpo forestale mit einer Busse in Höhe von ca EUR 200 belegt. Von einer Begehung ist daher Abstand zu nehmen!

Am 12./13. März 2006 und am 23./24. August 2006 begangene Route. Die Route hat in der schneefreien Zeit keinen praktischen Nutzen, der Schluchtweg ist in jedem Fall günstiger und schneller. Es empfiehlt sich neben Trekkingsandalen für zügige Flussdurchwatungen, bei unklarem Flusspegel auch Material für den Bau von Seilbahnen zum Nachführen des Gepäcks bei heiklen Flussquerungen mit sich zu führen. Die Zeitangaben gelten jedoch nur für zügige Begehungen bei Niedrigwasser.
Aus gegebenem Anlass folgende zusätzliche Hinweise: Eine gute physische und psychische Konstitution des Alpinisten ist unerlässlich. Eine entsprechende Ausrüstung einschliesslich Biwakmaterial ist unabdingbar. Wer Zweifel an seinen diesbezüglichen Fähigkeiten oder der Qualität seiner Ausrüstung hat, der nehme Abstand von dieser Unternehmung!
Von Biwakplätzen im Flussbett und in unmittelbarer Nähe ist unter allen Umständen stets abzusehen! Bei in der Nähe befindlichen Gewittern muss das Flussbett zwingend sofort verlassen werden!


Anreise

Orfalecchio wird auf dem Schluchtweg oder der alten Mulattiera von Corte Buè aus erreicht.

1. Etappe: Orfalecchio - Arca (T6-/II+; 2:45)


Vom Rifugio Orfalecchio folgt man dem Pfad des Schluchtweges zunächst etwa 15 Minuten, und zwar bis zu jener Steigung, wo der Pfad vier Kehren bildet. Hat man die erste Kehre erreicht, so ist man zu weit, und muss einige Meter zurückkehren. Man findet einen mässig ausgeprägten Pfad vor, der in etwa waagrecht bis ans Flussufer des Rio Valgrande zieht. Über einige abgeschliffene Felsen erreicht man das Flussbett wenige Meter unterhalb der Einmündung des Val Manau. Man verfolgt das orografisch rechte Flussufer über verschiedene Felsen und überquert etwa 30 Meter nach der Einmündung des Val Manau zum ersten Mal an heikler Stelle den Fluss. Anschliessend müht man sich entlang des linken Ufers über wirre und zum Teil lose Blöcke, wobei mehrmals in den begrenzenden Wald ausgewichen werden muss. Dabei trifft man auch auf Reste von Kunstbauten. Wenig vor der Einmündung des Val Piana wird das Begehen des Flussbettes merklich einfacher, doch wird hier eine Doppelquerung des Torrente notwendig. Zwischen den Einmündungen des Val Piana und des Val Caurì trifft man auf einen im Flussbett stehenden See, die Lanca di Val Piana. Man quert den Fluss vor dem See und klettert orografisch rechts ein etwa 10 Meter hohes Couloir hinauf, das man über Platten nach rechts verlässt (II+). Dort trifft man auf einen Pfad, der in Kürze ins Flussbett jenseits der Lanca zurückleitet. Bei der Einmündung des Val Caurì überquert man abermals den Fluss auf die linke Seite und sieht sich kurz danach der Lanca di Cavrì gegenüber, ein relativ grosser See, eingeklemmt zwischen hohen senkrechten Felswänden. Rechtzeitig vor der Lanca verlässt man das Flussbett um auf die Oberkante der orografisch linken Felswand zu gelangen. Man findet einen Pfad vor, der zunächst weiter ansteigt, dann auf eine Art schräges Felsband führt, das den Abstieg zurück zum Fluss erlaubt, der sogleich wieder überquert wird. Dem rechten Ufer folgt man nun ohne weitere Schwierigkeiten bis zur Höhle von Arca, wo man den Schluchtweg kreuzt.

Arca
Rio Valgrande in der Arca


2. Etappe: Arca - In La Piana (T6/II; 5:30)

Man überquert den Fluss und folgt dem Schluchtweg bis zur Plattform der einstigen Seilbahnstation. Über einen guten Pfad gelangt man zurück ans Ufer des Rio Valgrande jenseits der extremen und unpassierbaren Schlucht der Arca. Der Fluss wird gequert. Auf der anderen Seite findet man einen guten Pfad vor, der im Wald etwa 30 Meter ansteigt und zu einem sehr angenehmen und eingerichteten Biwakplatz führt. Matten und Kochgeschirr sind vorhanden. Die Übernachtung an dieser Stelle kann empfohlen werden. Vom Platz folgt man Wegspuren waagrecht zurück zum Fluss und gelangt zu einem heiklen Routenabschnitt zwischen senkrechten Felsen. Je nach Wasserstand muss der Fluss vier oder sechs Mal in kurzer Folge überquert werden. Ein kurzer Abschnitt muss im Flusslauf selbst überwunden werden. Die Wassertiefe und die Strömung an jener Stelle dürfen auch bei Niedrigwasser nicht unterschätzt werden. Möglicherweise muss der Fluss schwimmend überwunden werden, das Gepäck ist mittels aufzubauender Seilbahn nachzuführen. Danach wird das Gelände einfacher, und man verfolgt das orografisch rechte Ufer des Flusses bis zur Einmündung des Val Balm Bert, wo eine Doppelüberquerung notwendig wird. Weiter auf der rechten Seite nähert man sich nun der Einmündung des Val Fredda. Unmittelbar davor wird eine Flussschlaufe in Doppelquerung überwunden. Man überquert den mündenden Rio Valfredda und erreicht den eingerichteten Biwakplatz von Lancone di Valfredda.

Nach diesem Platz nehmen die Schwierigkeiten wieder deutlich zu. Zunächst quert man den Rio Valgrande zwei Mal und sieht dann den etwas weiter vorne in der Schlucht stehenden See Lancone di Valfredda. Am besten wägt man die Situation anhand des Wasserstandes gleich von hier aus ab; es bestehen zwei Möglichkeiten:

1) Durch den See: Man überquert den Fluss und folgt einer Kiesbank orografisch links bis zum See. Bei mittlerem oder hohem Wasserstand steht die Kiesbank unter Wasser und das Manöver ist nicht möglich.
Anhand einer unter Wasser stehenden anderen Kiesbank durchwatet man den See in leicht S-förmiger Route zum orografisch rechten Ufer hin. Bleibt man dieser Kiesbank treu, kommt man mit trockenem Rucksack durch den See. Verliert man sie, so muss geschwommen werden.

Lancone di Valfredda
Durchquerung des Lancone di Valfredda bei Niedrigwasser, 13.März 2006

2) Entlang des rechten Ufers: Man verzichtet auf die Flussquerung und bleibt am rechten Ufer bis zu einem Überhang. Man steigt unterhalb des Überhangs den Hang hinauf und trifft auf ein Drahtseil das nach rechts über eine glatte Platte hilft (III-) und in ein Kamin hineinleitet. Man klettert das senkrechte Kamin etwa vier Meter hinauf (II+) und gelangt auf einen exponierten Vorsprung oberhalb einer grossen Platte. Man verfolgt die Oberkante der Platte auf abschüssigem, heiklen Grasband. Jenseits der Platte lässt sich relativ problemlos wieder das Flussbett erreichen.

Nach erfolgreicher Überwindung der Passage übersteigt man eine weitere Kiesbank und quert abermals den Fluss. Entlang des linken Ufers dringt man nun rasch und einfach bis gegen die Lanca del Grup dla Sèca vor, ein tiefer See, eingeklemmt zwischen zwei rund 50m hohen turmartigen Pfeilern. Bereits einige Meter vor der Lanca quert man den Fluss, und steigt in die orografisch rechte Flanke um den Pfeiler umgehen zu können. Dabei muss etwa 80 Meter angestiegen werden. Hat man den Pfeiler hinter sich gelassen, so geht man allmählich wieder zum Flussufer hinab, und sucht sich einen günstigen Durchschlupf um ins Flussbett gelangen zu können, das von einer unterschiedlich hohen Felswand begrenzt wird. An geeigneter Stelle überquert man wieder den Fluss und gelangt an die Einmündung des plattigen Val Negra. Zwar wäre es möglich, auch weiterhin dem Flusslauf zu folgen, doch müsste dabei eine weitere Lanca heikel umgangen werden. Besser ist es in das Val Negra etwa 20 Meter hinaufzusteigen, bis ein kurzes Stück vor die ersten Platten. Dort trifft man auf einen guten Pfad, der die gesamte Passage bequem und einfach umgeht und gemeinsam mit dem Schluchtweg wieder zum Rio Fiorina hinabführt, der hier ein vierundzwanzigstes und letztes Mal überwunden wird.

Lanca del Grup dla Sèca
Lanca del Grup dla Sèca

Auf der anderen Flussseite steigt man gleich wieder 15m auf, um auf eine Terrasse mit der Wegfortsetzung in Richtung Norden zu gelangen. Auf der Terrasse und beim nächsten einmündenden Seitental weisen mehrere Tafeln auf die Gefährlichkeit des Schluchtweges hin. Man folgt diesem flachen Seitentälchen durch einen Buchenwald und gelangt so auf den Pfad von In la Piana nach Val Gabbio, wenige Schritte südlich der Wiese mit dem Forsthaus und dem neuen Biwak von In la Piana.

Download als PDF

Weitere Fotografien

Zurück