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Val Gabbio - Via alta
 



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Am 2./3.Mai 2008 begangene Route in halber Höhenlage im Val Gabbio, die stets den alten Pfaden folgt. Abgesehen vom Abschnitt Alpe Crot di sotto - Colletta nicht übermässig anspruchsvolle Route. In Crot di sotto lässt sich ferner über einen gut erhaltenen Pfad zur Route Colma - Grassino - Quagiui wechseln.
Aus gegebenem Anlass folgende zusätzliche Hinweise: Eine gute physische und psychische Konstitution des Alpinisten ist unerlässlich. Eine entsprechende Ausrüstung einschliesslich Biwakmaterial ist unabdingbar. Wer Zweifel an seinen diesbezüglichen Fähigkeiten oder der Qualität seiner Ausrüstung hat, der nehme Abstand von dieser Unternehmung!

Anreise

Alpe Basciòt liegt am offiziell markierten Wanderweg von In la Piana nach Alpe Vald di sopra. Von beiden Unterkünften in je 0:45 erreichbar.

Alpe Ceresa
Alpe Ceresa: Blick nach Mottàc, 25.Dezember 2006


1. Etappe: Alpe Basciòt - Alpe Ceresa - Alpe Monticello (T5-; 2:00)

Auf dem Rücken mit den Ruinen von Basciòt findet man einen anfänglich nicht besonders gut sichtbaren, später ausgeprägteren Pfad, der rasch an Höhe gewinnt und zuletzt schwach ansteigend zur schönen Alpe Ceresa traversiert. Bis hierher sind praktisch keine Schwierigkeiten vorhanden (T4-; 0:30). Man verlässt die Alp über ein sehr ausgeprägtes, breites Wegtrassee, das nach rund 200 Metern abrupt in eine nur schwach ausgeprägte Pfad- bzw. Trittspur übergeht. Man versucht der Spur möglichst treu zu bleiben und gelangt, das Valle Pirin durchquerend, mit einigem Auf und Ab nach Alpe Monticello, wo man auf den offiziell markierten Wanderweg In la Piana - Mottàc stösst. Wenig vor dieser Alp wird das Wegtrassee wieder deutlich besser. Insgesamt ist das Gelände anspruchsvoller und wilder, als es die Landeskarte erwarten lässt.

Alpe Monticello
Alpe Monticello, 2.Mai 2008


2. Etappe: Alpe Monticello - Alpe Casarolo (T5-; 1:30)

Von Monticello folgt man nur kurz dem Wanderweg Richtung In la Piana bis über eine wasserführende Rinne hinweg. Unmittelbar danach nimmt man das abzweigende Wegtrassee wahr, welches waagrecht durch den Buchenwald bis zu einem Rücken führt, von wo sich auf In la Piana hinabsehen lässt. Unerwartet steht man nun äusserst steilem, felsdurchsetztem Gelände gegenüber. Der Pfad lässt sich indessen nicht beeindrucken, durchschreitet in guter Qualität auf schmalen Bändern diese in der Landeskarte im Detail nicht korrekt widergegebene Zone und gelangt zu P.1266 (Karte IGM), nämlich jene Stelle wo sich auf den verfügbaren Karten die Wegsignatur nach Val Gabbio abzusenken beginnt. (Von diesem Pfad nach Val Gabbio sind - zumindest von jener Stelle aus gesehen - keine Überreste sichtbar, das Gelände scheint jedoch eher einfach zu sein.)
Man verlässt P.1266 schwach ansteigend gegen die Alpe Casarolo hin, und wird alsbald schwachen Wegresten gewahr. Man folgt diesen unterbrochenen Resten so gut es geht, dabei passiert man verschiedene schöne Aussichtspunkte ins Val Gabbio. Gelengt man in steileres, felsdurchsetztes Gelände, so ist man zu tief. Man sollte bis gegen 1320m ansteigen, zwei Ruinen passieren, um dann allmählich wieder an Höhe zu verlieren, und so die Ruine bei P.1292 (Karte IGM) zu erreichen. Hält man sich an diese Vorgaben, so kommt man gänzlich ohne ernsthafte Schwierigkeiten durch die Flanke, obwohl dies die Landeskarte eher nicht erwarten lässt. Bei P.1292 beginnt ein deutliches Wegtrassee, das recht steil in die von Mottàc herunterkommende Rinne hinabführt, um sie auf einem Bändchen wieder zu verlassen und weitgehend waagrecht in zunehmend besserer Qualität zu den Ruinen von Alpe Casarolo führt. Hier findet man auch die neue Gedenktafel, die an das Massaker von Casarolo am 22.Juni 1944 erinnert.
In Casarolo kreuzt man ferner den einstigen Pfad Alpe Valgabbio - Alpe Mottàc, der von unten kommend noch in guter Qualität erhalten ist. Nach Mottàc hingegen ist er praktisch völlig verschwunden, indessen ist das Gelände nicht schwierig, man kann relativ unproblematisch weglos hinaufsteigen.

Wasserfall
Zwischen Monticello und Casarolo (nahe P.1292 IGM), 2.Mai 2008


3. Etappe: Alpe Casarolo - Alpe Scrivalone - Alpe Valli di sotto (T4+; 1:30)

Von Alpe Casarolo folgt man einem mit Steinmännern markierten, mässig ausgeprägten Pfad, der zuletzt in einigen Kehren zum Rio Ragozzale hinabführt. Man überquert den Fluss an steinschlaggefährdeter Stelle und steigt wenige Meter zur unmittelbar gegenüberliegenden Alpe Scrivalone auf.
Von Scrivalone geht man talaus und trifft in Kürze auf eine Verzweigung: Links führt der in der Landeskarte verzeichnete Pfad nach Alpe Valgabbio, rechts traversiert ein meist ausgeprägter Pfad durch steiles Gelände allmählich aufwärts auf den untersten Teil der Costa Rondino, um sich von dort zum offiziellen Wanderweg Valgabbio - Quagiui abzusenken, den man wenig vor Alpe Valli di sotto erreicht. Dieser Pfad ist mit reflektierenden Markierungsknöpfen gekennzeichnet. Man überquert den Talfluss wenige Meter unterhalb der eingestürzten Brücke und trifft bei den Ruinen von Valli di sotto ein.


4. Etappe: Alpe Valli di sotto - Alpe Crot di sotto - Colletta (T5+; 2:00)

Bei der südlichsten Ruine in Valli di sotto schwenkt man auf einen ausgeprägten Pfad ein, der durch steiles Gelände zunächst allmählich an Höhe gewinnt, dann aber in kleinen, steilen Kehren wieder in die Nähe des Rio Valgabbio hinabsteigt - so wie in der Landeskarte korrekt widergegeben. Anschliessend gewinnt man wieder an Höhe, entdeckt das deutliche Trassee wieder, passiert eine Ruine und tritt in interessanter, abenteuerlicher Wegführung in das Tobel ein, das vom Monte Grassino herabkommt. Der Bach wird gequert und auf dem begrenzenden Sporn findet sich die Fortsetzung der guten Weganlage. So erreicht man in Kürze erste Ruinenreste, nämlich ungefähr an jener Stelle wo die Landeskarte die Verzweigung nach Crot di sopra angibt. Den guten Weg weiter verfolgend wird ein weiteres Tobel traversiert bis zu einer Kehre mit Steinmann. Folgt man der Kehre, so findet man sich auf jenem Pfad wieder, den die IGM-Karte nach Crot di sopra widergibt. Geht man indessen geradeaus weiter, so gelangt man praktisch weglos in wenigen Minuten zu den Ruinen von Crot di sotto.

Alpe Crot di sotto
Alpe Crot di sotto, 3.Mai 2008

Zunächst schwach ansteigend, dann horizontal querend gelangt man auf eher schwach ausgeprägtem Wegtrassee an eine Kreuzung: Von unten kommt in vielen Kehren ein Weg herauf, mutmasslich von Alpe Valgabbio, der sich nach oben, vermutlich nach Alpe Crot di sopra fortsetzt. Man ignoriert diese Weganlage und geht horizontal weiter. Der Pfad ist nun mehrfach unterbrochen, und die Fortsetzung muss jeweils gesucht werden. Nach der Querung einer plattigen Rinne erreicht man den felsigen Rücken, der sich von Crot di sopra gegen Alpe Valgabbio absenkt, siehe Landeskarte. Steinmann. Eine schmale, teilweise verwachsene Spur, führt in den jenseitigen steilen und teilweise ausgesetzten Hang. Nach Passage eines Vorsprungs steigt man etwa fünf Meter durch ein laubverfülltes Couloir ab und findet sich am Fusse der in der Landeskarte verzeichneten Felswand wieder, ca 1170m. Ab hier sind keine Wegspuren mehr sichtbar, was die Routensuche in Gegenrichtung enorm erschwert bis verunmöglicht! Anfänglich sind im dichten Wald noch einige niedrige Felsstufen zu überwinden oder zu umgehen, dann gelangt man in einfacheres Gelände und steigt gegen die Colletta an. Kurz davor sind mit etwas Phantasie wieder einzelne Wegfragmente wahrnehmbar.

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