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Bocchetta
del Lavatta |
Nibbio liegt an der Strasse von Premosello
nach Mergozzo. An
Schultagen (incl. Samstag) verkehrt ein Bus um 07:09 Uhr ab Vogogna
via Premosello nach Nibbio. Ferner gelangt man regelmässig an den Bahnhof
Cuzzago und erreicht von dort in
30 Minuten
entlang
der
Strasse
den Ausgangspunkt
zwischen
Nibbio
und Bèttola.

Torrione di Bèttola vom Aufstieg zur Bocchetta del Lavatta, 27.April
2005
1. Etappe: Nibbio - Vallone di Bèttola (T4;
1:45)
Der
Anstieg beginnt auf etwa halber Strecke der Strasse zwischen Nibbio und Bèttola
bei einem Steinabladeplatz. Dort zieht ein deutlicher Pfad nach Nordosten in
den Wald, welcher mit roten
und gelben Punkten markiert ist.
Der Pfad leitet weiter durch bewachsene Blockhalden nach Nordosten aufwärts
bis kurz vor den Rio Fighera.
Dort biegt er nach links um in die Felsen (hölzernes Gedenkkreuz am Einstieg).
Nun erst schräg nach links, später nach rechts aufwärts auf
durchgängig vorhandenem Pfad durch die vegetationsdurchsetzte
Felsflanke aufwärts. Bei ca 420m trifft man auf die Linea Cadorna.
(Es ist möglich, aber wegen der intensiven dornigen Vegetation nicht ratsam,
bereits ab Bèttola der Strada Cadorna zu folgen. Sie beginnt im Wald
hinter Bèttola.)
Auf ihr gewinnt man in weiten Kehren bequem weitere 50m, bevor
der im weiteren Verlauf
schmale
und
ausgesetzte
Pfad nach
rechts
zum
Val Fighera
quert.
(Links
markierte Abzweigung zu weiteren Cadorna-Bauwerken.) Man
erreicht
den
Rio Fighera bei der
Balma del Valazin, ca 520m. Nun wenige Meter
im Bachbett empor, dann nach rechts entlang verblassender roter Markierungen
zur Kante des bewachsenen
Felsrückens
"I
Cunscitt". Über
den Felsrücken steigt man bis auf ca 680m auf. Dann traversiert sich der
Pfad mit einigen Gefällstrecken nach rechts zum Talgrund
des
Vallone
di
Bèttola.
Man erreicht den Talgrund auf ca 640m ungefähr beim Zusammenfluss
mit dem
Bach von Ör Piciocch (letztes
Wasser).
Der Pfad folgt zunächst der westlichen Seite des trockenen Talgrundes über
waldbestandene Blockhalden. Dann wird der Pfad undeutlicher, ist
aber weiter mit roten und gelben Punkten sowie vereinzelten Steinmännern
markiert. Stellenweise findet man auch Treppenreste.
Auf ca 730m wechselt man auf die östliche Talseite, auf der man bis zum
Zusammentreffen mit dem Pfad von Bèttola verbleibt, ca 760m. Dieser
alternative Aufstieg ist bei der Bocchetta di Saltir (im
Abstieg) beschrieben.

Primel am Aufstieg, 27.April 2005
2. Etappe: Vallone
di Bèttola - Bocchetta del Lavatta (T5;
2:30)
Im weiteren Verlauf
folgt man nun einem deutlichen Pfad auf der orografisch linken Seite
des Vallone di Bèttola
bis zu einer Höhe von ca 1070m. Hier folgt man den vielen gelben
Pfeilen und Markierungen in den Hang der orografisch rechten Flanke und
erreicht
in interessanter Wegführung den aussichtsreichen Ort Asaa (ca 1270m),
wo
sich die Pfade
nach Saltir und Lavatta verzweigen. (Für den Alpinisten, der nach Saltir möchte,
ist es wichtig zu wissen, dass eine erste verzweigende Markierung in
heikles Gelände leitet. Man steigt besser noch 30m höher,
bis man auf eine zweite Verzweigung trifft.) Von der Verzweigung folgt
man
dem Pfad nun über eindrucksvolle Bänder und durch ein kleines
seitliches Couloir bis zu einer Stelle ca 25m über und 30 Meter
nördlich
der Bocchetta del Lavatta. Über Trittspuren steigt man in die Bocchetta
mit den Überresten
der alten Seilbahn Orfalecchio - Bèttola.
Blick von der Bocchetta del Lavatta nach Süden, 27.April
2005
3. Etappe: Bocchetta del Lavatta - Orfalecchio
(T6-;
4:00)
Man sei sich ausdrücklich der Unübersichtlichkeit
und der Komplexität dieser Etappe bewusst:
Von der Bocchetta del Lavatta steigt
man nach
wenigen Metern durch Erlen
in
den Kanal
ein,
der gegen
den
Grund
des Val Grande leitet. Bald trifft man auf eine heikle plattige Stelle,
die überwunden werden muss. Wenig später erreicht man Pfadfragmente
und gelbe Markierungen, die in der orografisch linken Flanke weiter
absteigen.
Man folgt ihnen und gelangt auf ca 960m in ein (zweites) Blockfeld
inmitten von Buchenbeständen, wo die orientierungstechnischen
Schwierigkeiten ansetzen.
Man sei sich bewusst, dass die Landeskarte für den weiteren Verlauf
wenig detailgetreu ist, und verlasse sich besser auf die folgenden
Angaben: Man durchquert das Blockfeld gegen die nordseitig begrenzende
Felswand und steigt entlang dieser bis auf eine Höhe von ca 930m
ab. Hier mündet aus der Felswand ein trockener Bachlauf aus. Nur
mit viel Phantasie lassen sich hier noch Pfadfragmente ausmachen. Die
ersten
20m steigt man rechts (im Sinne des Aufstiegs) auf, quert dann den
Bachlauf um auf einen wenig ausgeprägten steilen grasig-felsig
Rücken
unmittelbar westlich des Bachlaufs zu gelangen. Über ihn - zwischen
Felsen hindurchlavierend - erreicht man eine Buche mit einer alten
verblassten Markierung in Form eines gelben Punktes - späte Bestätigung
der richtigen Route! Der Rücken wird nun felsiger, man steigt
daher westlich
von
ihm weiter auf. Dabei entdeckt man Steintreppen und -mäuerchen.
Bald lässt sich der Rücken über ein Felsband wieder
erreichen. Man steht nun dem Sattel gegenüber, der den Übergang
ins Tal des Riale Ancino zulässt.
Man steigt in Kürze über Grashänge in diesen Sattel,
der durch einen charakteristischen Gendarm gekennzeichnet ist, siehe
Fotografie.

Im Vordergrund: Gendarm am Sattel zum Riale Ancino, 27.April 2005
5m über dem Sattel gelangt man zu einem Grashang, der den kurzen
und leichten Abstieg zu einem ersten, in der Landeskarte eingezeichneten
Bachlauf ermöglicht. Man überquert den Bach und steigt jenseits
wieder etwa 10m an. Man hüte sich nun davor, gemäss der Landeskarte
abzusteigen. Man
folgt stattdessen wenig ausgeprägten Pfadspuren nahezu waagrecht über
zwei weitere Wasserläufe hinweg bis zum Rücken, über den
der südliche
Pfad von Rodüra herabkommt. Das nachfolgende - letzte - Tobel wird
bei der Höhenkurve 980m durchschritten. Es ist schwierig den richtigen Übergang
zu finden, man muss sich mit dem Höhenmesser orientieren. Jenseits
trifft man auf Pfadreste, die sich zwischen den Abgründen hindurchmühen
und zuletzt wieder etwas aufsteigend eine Fallholzzone im leichteren
Gelände
auf ca 900m Höhe erreichen. Man quert nun oberhalb der gröbsten
Fallholzhindernisse weglos zum Rücken, über welchen der nördliche
Pfad von Rodüra herabkommt
und
folgt
dessen Überresten
bis
nach Orfalecchio. Die Begehung
in der Gegenrichtung bringt keine Vorteile. Der Abstieg durch
den Kanal direkt in den Talgrund des Val Grande ist gemäss einer Information
von Alex Zbinden ebenfalls möglich.

Historische Aufnahme um 1930: B.tta del Lavatta
aus: Teresio Valsesia, Val Grande - ultimo paradiso