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Pizzo del Lesino
 



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Am 30.April 2005 begangene Route. Die gewählte Jahreszeit erwies sich als günstig in Bezug auf die noch wenig vorhandene Vegetation und die Sichtbarkeit der alten Pfade.
Aus gegebenem Anlass folgende zusätzliche Hinweise: Eine gute physische und psychische Konstitution des Alpinisten ist unerlässlich. Eine entsprechende Ausrüstung einschliesslich Biwakmaterial ist unabdingbar. Wer Zweifel an seinen diesbezüglichen Fähigkeiten oder der Qualität seiner Ausrüstung hat, der nehme Abstand von dieser Unternehmung!

Anreise

Die Bocchetta di Saltir wird auf separat beschriebenen Routen von Bèttola oder von Orfalecchio erreicht.

Corni di Nibbio
Cima Corte Lorenzo, Torrione di Bèttola, Tre Croci, Türinell,
von La Teia, 02.April 2005


1. Etappe: Bocchetta di Saltir - La Teia (T4; 1:00)


Von der Bocchetta di Saltir folgt man ohne besondere Schwierigkeiten dem Grat bis auf P.1677, lokal Türinell genannt. Man steigt in den folgenden Sattel hinab, wo sich die merkwürdige quadratische Öffnung der 'La Porta' befindet, die auf der Val-Grande-Seite passiert wird. Über den Grat wird der Gipfel der La Teia (LK: La Teisa) gewonnen. Man kann auch ohne Probleme in 1:00 von der Alpe Rodüra hier herauf steigen, indem man den Pfad zur Bocchetta di Saltir bei der grossen Wiese ob Rodüra verlässt und dem Rücken über dem Val Piana folgt.

Proman und Lesino
Pizzo Proman und Pizzo del Lesino (hinten),
Türinell und La Teia (vorne), von Tre Croci, 02.April 2005


2. Etappe: La Teia - Passo del Tita (T6; 1:00)

Von La Teia geht man ohne Probleme über den Grat bis zur Vereinigung mit dem Rücken zwischen dem Becken der Alpe Rodüra und dem Val Piana, wo die Schwierigkeiten beginnen. Man folgt nun exakt der - oft mit Erlen besetzten - Gratlinie über alle Erhebungen der eigentlichen Corni di Nibbio hinweg. Die Route ist mühsam und ausgesetzt, aber eindrücklich. Der Abstieg von der letzten Erhebung oberhalb des Passo del Tita weist im oberen Drittel die heikelste Passage auf. Dort wird es an einer bestimmten Stelle notwendig, auf einem Grasband ca 10 Meter in die senkrechte Flanke über dem Val Cornèra hineinzuqueren, um über ein anderes Grasband zur Gratkante zurückzukehren. Nach Überwindung dieses gut 15m hohen Absatzes gelangt man in Kürze zur tiefsten Stelle im Grat, dem Passo del Tita, ca 1590m.

Val Cornèra
Blick ins Val Cornèra, von La Teia, 02.April 2005

3. Etappe: Passo del Tita - Pizzo del Lesino (T5+; 1:30)

Vom Passo del Tita verfolgt man weiter den Grat, anfänglich durch Erlenbestände, später durch Wacholder- und Alpenrosenzonen hindurch. Dabei trifft man gelegentlich auf pfadartige Tierspuren, die den günstigsten Durchschlupf vermitteln. Auf einer Höhe von ca 1680m trifft man auf eine versperrende turmartige Erhebung. Am besten überklettert man das Gebilde etwas von der Val-Piana-Seite her (II). Alternativ kann man auf einem unerhört exponierten Band mit Trittspuren den Turm auf der Seite des Val Cornèra umgehen (T6+, heikel). Vom Sattel jenseits steigt man mühsam rund 60m durch Alpenrosen auf, um auf den oberen einfacheren Gratabschnitt zu gelangen. Bei kaum noch vorhandener Vegetation folgt man dem nun einfachen Grat, wobei einzelnen Schwierigkeiten etwas gegen das Val Piana ausgewichen wird. Interessanterweise trifft man in diesem Abschnitt sporadisch auf sehr verblasste alte rote Markierungen. So gelangt man auf den mit einem kleinen Steinmann gekrönten Hauptgipfel. Man kann den Grat weiter verfolgen und erreicht in Kürze einen etwa gleich hohen Nebengipfel, wo man senkrecht über dem Talschluss des Valle di Nibbio und über der Bocchetta di Valfredda steht. Der Abstieg dorthin scheint schwierig zu sein.

La Teia
La Teia, vom Aufstieg zum Lesino, 30.April 2005

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