www.alpi-ticinesi.ch
Val Menta
 



alpi-ticinesi.ch > val grande > escursioni > versante ossolano ovest > val menta


Am 19., 20. und 29.Mai 2011 begangene interessante Route von Cosa über Mura, Alpe Sottosasso und die aufgelassene Goldmine nach Alpe Menta. Ab Alpe Sottosasso sind nur wenige Wegreste erhalten. Die Begehung der Route ist sehr müsam, aber dennoch lohnend. Ab Mura bewegt man sich stets im wilden und abweisenden Gelände. Die Route ist nur für erfahrene Alpinisten geeignet.
Aus gegebenem Anlass folgende zusätzliche Hinweise: Eine gute physische und psychische Konstitution des Alpinisten ist unerlässlich. Eine entsprechende Ausrüstung einschliesslich Biwakmaterial ist unabdingbar. Wer Zweifel an seinen diesbezüglichen Fähigkeiten oder der Qualität seiner Ausrüstung hat, der nehme Abstand von dieser Unternehmung!

Anreise

Cosa lässt sich mit dem Circolare (Ringbus) täglich alle zwei Stunden vom Bahnhof Domodossola erreichen.

Val Menta
Val Menta (von der Costa dei Pianezzoli), 20.Mai
2011


1. Etappe: Cosa - Mura (T2; 1:30)

Von der Bushaltestelle in Cosa geht man zum am Fusse des Hanges im südlichen Dorfteil gelegenen Schulhaus. Ein Fussweg führt nun in südliche Richtung dem Hangfuss entlang bis zu einer in der Landeskarte verzeichneten Kapelle, wo die alte, gepflasterte Mulattiera nach San Lorenzo ihren Ausgang nimmt. Signalisation und Markierungen bis hierher sind rar und wenig hilfreich. Über die schöne Mulattiera, die einmal kurz von einer Fahrstrasse unterbrochen ist, gelangt man zur Kirche von San Lorenzo. (Alternativ steigt man auf einer offiziell bezeichneten anderen Mulattiera vom nördlichen Dorfteil von Cosa hierher auf.) Zunächst folgt man weiter der gepflasterten Mulattiera in langen Geraden aufwärts und ignoriert eine nach rechts weisende Markierung. Dort wo die Pflasterung endet, hält man auf dem deutlichsten Pfad rechts aufwärts und trifft oberhalb von Weidemauern auf die Fortsetzung des Pflasterbelags und erreicht in Kürze die Wiese mit den schön hergerichteten Gebäuden von Caciollo, 589m. Bei der Kapelle jenseits der Häuser findet man die Fortsetzung des guten Pfades und erreicht Mura, 728m.

Mura
Mura, 20.Mai 2011


2. Etappe: Mura - Alpe Oro - Alpe Sottosasso (T5-; 2:00)

Hinter den Ruinen von Mura findet man abfallende Terrassierungen in einem von Felsen eingefassten Tälchen. Am linken Rand befindet sich ein aufgegebener Hohlweg, der den Beginn der Strada delle Vacche ins Val Menta darstellt. Man folgt dem im Sommer stark mit Kraut und Efeu bewachsenen Trassee und traversiert in sehr interessanter Routenführung durch Felswände hinab gegen den Rio Menta. Zum Schluss weglos durch ein Murganggebiet erreicht man die "Ponte Romano" über den Rio Menta auf 600m. Jenseits findet sich zunächst ein sehr ausgeprägtes Wegtrassee. Bald trifft man auf eine erste Verzweigung und es ergeben sich diverse Möglichkeiten um zu den verschiedenen aufgegeben Stafeln der Alpe Oro zu gelangen. Die kürzeste Variante - nicht immer ausgeprägt - hält stets links, und führt nach Überschreitung einer Rinne auf einen abweisenden, felsigen Sporn, den sie mittels beeindruckender Treppenanlagen erklimmt. Oben angekommen erreicht man flacheres Gelände und ausgedehnte Buchenwälder. Links aufwärts traversierend gelangt man schliesslich, an diversen anderen Ruinen und Weidemäuerchen vorbei, den Stafel P.767 der Alpe Oro. Wenig höher mündet die separat beschriebene Route von Casal del Colle ein, der man nun nach Sottosasso folgt: Eine beeindruckende breite Treppe führt östlich über einen Felsabsatz hinab. Es folgt eine sehr interessante Weganlage, welche mit einigem Auf und Ab das von Corte Vecchio herabkommende wilde Tobel überwindet. Nach dem Tobel erreicht man erste Ruinen, steigt über den dort befindlichen Rücken etwas auf, findet die Wegforsetzung, überquert ein weiteres Tobel und gelangt zunächst zum Stafel P.954, dann zum Stafel P.1041 der Alpe Sottosasso, wo die separat beschriebenen Routen zum Sasso Miscioi und nach Ramella - Nava abzweigen.

Ponte Romano
Ponte Romano (Rio Menta), 20.Mai 2011


3. Etappe: Alpe Sottosasso - Miniera d'oro - Alpe Menta (T5-; 3:00)


Der nun folgende Abschnitt ist sehr mühsam, da Murgänge die Weganlage weitgehend zerstört haben und die Vegetation stark wuchert. Im Herbst beachte man zudem die relativ frühzeitige Eisbildung im schattigen Tal. Man folgt zunächst der vorhandenen Weganlage bis zur Ruine auf 1105m (Crot d'Agher). Der Weg setzt sich ab hier etwas höher fort und erreicht die Abzweigung nach Ramella, wo sich letzte rote Markierungen befinden. Man geht nun nicht zum Rio Menta hinab, sondern steigt zunächst recht stark an, und traversiert - erst etwas unter den begrenzenden Felswänden, später oberhalb der Abbruchkante zum Rio Menta - allmählich taleinwärts. Das einstige Wegtrassee ist faktisch verschwunden, die krautige Vegetation wuchert, doch findet sich oft eine gut erkennbare Tierspur, welche die besten Durchschlüpfe weist. Schliesslich erreicht man eine etwas flachere Stelle, die ungefähr der Gebäudesignatur und der Kotierung P.1462 der LK entspricht. Indessen finden sich hier keine Ruinenreste mehr. Wenig weiter vorne, etwas tiefer gelegen, befindet sich die Vereinigung der verschiedenen Quellflüsse des Rio Menta, meist bis lange in den Sommer hinein unter Lawinenschnee begraben. Man visiert diese Vereinigungsstelle an und durchquert dabei einen Bestand aus Erlen und anderer krautiger Vegetation. Inmitten dieser mühsamen Vegetationszone befindet sich - an eher unerwarteter Stelle - der Stollen der aufgegebenen Goldmine. Vom Stollen geht man vollends hinüber zum Vereinigungspunkt der Flüsse und ersteigt den Sporn zwischen den beiden Hauptzuflüssen. Bereits nach wenigen Metern trifft man auf ein grosszügiges, teilweise hohlwegartiges Trassee, das den sanften Sporn erklimmt. Es wird indessen sehr stark von den Erlen bedrängt, so dass wiederholt Ausweichmanöver erforderlich werden und man es schliesslich ganz aufgeben muss, um sich weglos durch die mühsame Vegetation hinaufzuarbeiten. Üblicherweise erreicht man das von Corte Vecchio kommende Wegtrassee wenige Minuten vor der Alpe Menta, und damit die "Via panoramica". Im Abstieg ist diese Route nicht ratsam.

Alpe Menta
Alpe Menta, 20.Mai 2011

Download als PDF

Weitere Fotografien

Zurück