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Valli Ogliana: Cardezza - Montusa - Colma Piana
 



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Am 20./21.Juni 2010 begangene, relativ einfache Route. Es sei jedoch explizit darauf hingewiesen, dass die Valli dell'Ogliana abseits der markierten Wanderwege und dieser beschriebenen Route eine besonders wilde Zone im Umfeld des Val Grande darstellen. Viele in den Karten vermerkte Wege sind verschwunden oder in sehr schlechtem Zustand. Die Topografie ist stark zerklüftet. Wer von dieser Route abweicht oder sie mit anderen Routen dieser Zone kombiniert, benötigt viel Erfahrung. In Alpe Montusa existiert eine gut eingerichtete, offene Jägerhütte, in der man - ausserhalb der Jagdsaison - übernachten kann. Auf der Colma Piana erreicht man die separat beschriebene Route von Pozzolo nach Borgo delle Valli, die den Weiterweg ins Alta Val Grande vermittelt.
Aus gegebenem Anlass folgende zusätzliche Hinweise: Eine gute physische und psychische Konstitution des Alpinisten ist unerlässlich. Eine entsprechende Ausrüstung einschliesslich Biwakmaterial ist unabdingbar. Wer Zweifel an seinen diesbezüglichen Fähigkeiten oder der Qualität seiner Ausrüstung hat, der nehme Abstand von dieser Unternehmung!

Anreise

Cardezza wird auf einer Fahrstrasse ab Bèura erreicht, es existiert kein öffentlicher Verkehr. Zu Fuss ab Cuzzego di Cardezza, das mindestens alle zwei Stunden mit einem Bus ab Domodossola erreicht wird, in ca 0:30 über eine schöne, markierte Mulattiera. In Cardezza findet man Unterkunft im Albergo delle Alpi, Telefon 0324 36409.

Valli dell'Ogliana
Valli dell'Ogliana (von Alpe Gallina), 21.September 2009


1. Etappe: Cardezza - Alpe Marzone (T2; 1:30)

Von Cardezza auf die Alpe Marzone existieren verschiedene Möglichkeiten: Die bestehende Fahrstrasse ist wenig oberhalb Cardezza mit einer Barriere versehen. Die Gemeindeverwaltung von Bèura erteilt jedoch zumeist die Durchfahrtsbewilligung und gibt den Schlüssel ab. Zu Fuss bestehen ebenfalls verschiedene Möglichkeiten, die gebräuchlichste folgt von der Kirche in Cardezza einem Kreuzweg zu einer Kapelle und führt schliesslich durch verwilderte Kastanienwälder auf die Fahrstrasse wenig unterhalb der Alpe Marzone.

2. Etappe: Alpe Marzone - Il Crop - Alpe Montusa (T3; 1:45)

In Alpe Marzone folgt man der waagrechten Fahrstrasse und erreicht in Kürze den Heliport eingangs der Valli dell'Ogliana. Jenseits des Heliport findet man einen vorzüglichen Pfad mit einer offiziellen Markierung. Diese Markierung führt bei der nächsten Verzweigung auf den oberen Pfad, der über Alpe Vadione nach Alpe Corte führt. Man wählt daher den unteren Pfad, der in guter Qualität zu den Häusern und Ruinen von Il Crop (zwischen P.730 und der Alpe Gallina) führt. Stets auf dem untersten Pfad bleibend erreicht man absteigend die letzte Ruine, ca 780m, vor dem Rio Ogliana. Ab hier bestehen zwei verschiedene Pfade um nach Montusa zu gelangen:
A) Bei der Ruine rechts abbiegend gelangt man in Kürze zu einer neuen Hängebrücke, auf der der Rio Ogliana überquert wird. Jenseits folgt man einem deutlichen, aber oft steilen und erdigen Pfad hinauf auf die Alpe Montusa. Diese Variante entspricht im wesentlichen der Wegsignatur in der Landeskarte.
B) Man geht hinter der Ruine links, findet einen anfangs noch undeutlichen, später ausgeprägteren Pfad, der zu P.730 hinabführt, wo der Rio Ogliana überquert wird (Drahtseil). Jenseits folgt man einem schönen, ausgeprägten Hohlweg über eine schmale Rippe hinauf gegen Alpe Montusa. Beide Varianten vereinigen sich etwa 70m unterhalb der Alp. Kommt man von oben, ist die Abzweigung auf die letztgenannte Variante eher undeutlich. Dieser Pfad ist jedoch angenehmer zu begehen, allerdings ist die Flussquerung nur bei niedrigem Wasserstand ratsam.
In Alpe Montusa kreuzt man die separat beschriebene Route von Bèura nach Alpe Ogliana.

An dieser Stelle sei auch auf die Verbindung zur Alpe Arvoria eingegangen: Die LK zeigt einen Verbindungspfad von P.730 nach Arvoria. Die alte IGM-Karte, die einst der LK als Grundlage diente, kannte jedoch keinen durchgehenden Pfad, sondern nur die beiden oben angeführten Varianten nach Montusa.
Tatsächlich gibt es heutzutage auch keine direkte Verbindung (mehr) zur Alpe Arvoria, ohne auf ernsthafte Schwierigkeiten zu stossen. Die von Arvoria und P.730 ausgehenden Wegreste verlieren sich jeweils an der Ogliana di Pozzolo, ohne dass eine ungefährliche Verbindung möglich wäre. Den Jägern und dem Autor sind dennoch verschiedene Möglichkeiten bekannt um von Arvoria nach Montusa zu gelangen. Sie sind teilweise ausserordentlich heikel (T6+/III) und seien daher nicht näher erwähnt. Um aus der Gegend von Alpe Solià in die Zone von Montusa zu wechseln benützt man sinnvollerweise entweder den Pfad via Alpe Flacera oder denjenigen von Solià dentro nach Alpe Marzone (nicht in der LK verzeichnet).

Alpe Nancino di sotto
Alpe Nancino di sotto, 21.Juni 2010


3. Etappe: Alpe Montusa - Alpe Larzoi - Colma Piana (T4+; 3:00)

Oberhalb des Rifugio in Montusa beginnt ein recht ausgeprägter Pfad, der zuerst etwas gegen Norden, dann zurück auf den Rücken oberhalb der Alp führt und über diesen weiter ansteigt. Auf etwa 1180m trifft man auf eine Felszeichnung. Von links mündete hier früher der Pfad von Alpe Flacera ein. Wenige Meter höher zweigt der gut erhaltene Pfad gegen Alpe Nancino ab. Nach Überschreitung einer ausgeprägten Rippe und der dahinterliegenden Rinne erreicht man die gut sichtbare Abzweigung zur Alpe Nancino di sotto, die etwa 70m oberhalb liegt. Weiter traversierend erreicht man die plattige, von der Punta Pozzolo herabkommende Rinne. Man quert sie mit Hilfe einiger Tacche und eines grasigen Bandes (bei Nässe eher heikel). Danach steigt man durch eine Mulde auf die Rippe mit der Wegverzweigung nach Alpe Selvasecca (separat beschrieben). Auf der Rippe findet man wieder ein sehr deutliches Trassee vor, das bereits nach kurzer Zeit - entgegen der Signatur der Landeskarte - die Rippe verlässt und nördlich zu einer ersten (nicht verzeichneten) Ruine aufsteigt. Nach Querung einer kleinen Rinne erreicht man eine zweite Ruine, die praktisch gegenüber der Alpe Nancino di sotto steht. Ab hier folgt man einem sehr ausgeprägten Weg, der in vielen Kehren über eine schmale und steile Rippe zur in einem schönen Lärchenwald gelegenen Alpe Larzoi (in den Karten verzeichnet, aber nicht benannt, P.1598 IGM) führt. Wenig vor der Alp befindet sich eine Verzweigung: Links gelangt man zur geschlossenen Jägerhütte (von wo eine weglose anspruchsvolle Querung nach Alpe Nancino di sopra möglich ist), rechts erreicht man die Ruine der Alp.

Alpe Larzoi
Jägerhütte Alpe Larzoi, 21.Juni 2010


Um von der Alpe Larzoi auf die Colma Piana zu gelangen, kann man jede beliebige Route wählen. Indessen ist das Gelände steil und zumindest anfänglich von allerlei Vegetation geprägt. Am einfachsten ist es von der Ruine der Alp zum Rücken zu queren, auf dem die LK die Wegsignatur widergibt, und über diesen weglos auf die Colma Piana zu steigen. Wählt man eine andere Route, so steigen die Schwierigkeiten auf T5 an. Möchte man nach Alpe Oro delle Giavine weiter, so gehe man über P.1952, wo man auf die separat beschriebene Route von Pozzolo nach Borgo delle Valli stösst, und nicht entlang des einstigen Pfades, da dies - nach einem Waldbrand - äusserst mühsam wäre.

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