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Valli Ogliana: Bèura - Montusa - Ogliana - Quagiui
 



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Am 22.September 2009 bzw. 18.Juni 2010 begangene Route. Die Wegbeschreibung des Teilabschnitts Ogliana - Quagiui wurde vom Autor bisher nicht begangen, sie stammt von Bernhard Herold Thelesklaf, dem Autor des neuen Wanderführers Val Grande. Es sei explizit darauf hingewiesen, dass die Valli dell'Ogliana eine besonders wilde Zone im Umfeld des Val Grande darstellen. Viele in den Karten vermerkte Wege sind verschwunden oder in sehr schlechtem Zustand, so auch teilweise die hier beschriebenen. Die Topografie ist stark zerklüftet, es benötigt viel Erfahrung für eine Begehung. In Alpe Montusa existiert eine gut eingerichtete, offene Jägerhütte, in der man - ausserhalb der Jagdsaison - übernachten kann.
Aus gegebenem Anlass folgende zusätzliche Hinweise: Eine gute physische und psychische Konstitution des Alpinisten ist unerlässlich. Eine entsprechende Ausrüstung einschliesslich Biwakmaterial ist unabdingbar. Wer Zweifel an seinen diesbezüglichen Fähigkeiten oder der Qualität seiner Ausrüstung hat, der nehme Abstand von dieser Unternehmung!

Anreise

Bèura wird mindestens alle zwei Stunden mit einem Bus ab Domodossola erreicht.

Alpe Ogliana
Ruinen von Ogliana (von Alpe Larzoi), 21.Juni 2010


1. Etappe: Bèura - Alpe Solià (T2; 2:00)

Von Bèura folgt man dem Sentiero natura über eine schöne Mulattiera nach Bissoggio. Am oberen Rand dieser Siedlung beginnt der offiziell markierte Wanderweg, der über Alpe Slasca und Alpe Lugros (P.697 IGM) zum Rio delle Rovine und nach Alpe Solià fuori und dentro führt. In Alpe Lugros lohnt sich ein Abstecher zur nicht in den Karten vermerkten Alpe La Piana, ca 770m. Wenig östlich dieser Alp verbergen sich im Wald gut erhaltene mächtige Ackerbauterrassen, die mit unwahrscheinlichem Aufwand in den Hang hineingebaut wurden. Die von dort einst nach Alpe Uler (P.1011) und Alpe Ruscà führenden Pfade sind praktisch vollständig verschwunden.

Terrassen Alpe La Piana
Teile der Ackerbauterrassen in Alpe La Piana, 18.Juni 2010

2. Etappe: Alpe Solià - Alpe Flacera - Alpe Montusa (T4+; 2:00)

(Anmerkung: Von Solià führt ein guter Pfad bis nach Alpe Arvoria. Obwohl sich der Pfad noch weiter bis gegen die Ogliana di Pozzolo fortsetzt, ist hier kein gefahrloser Durchgang nach Montusa möglich.)
Am höchsten Punkt des markierten Pfades zwischen Alpe Solià fuori und Alpe Solià dentro zweigt nach links der gut erhaltene Weg nach Alpe Ruscà ab. Man folgt ihm nur für einige Minuten und schwenkt dann nach in den Pfad nach Alpe Flacera ein. Obwohl Flacera bereits 1945 aufgegeben wurde, ist der Pfad durch wildes Gelände gut erhalten und birgt keinerlei Schwierigkeiten. (Bis hierher T3.)

Alpe Flacera
Alpe Flacera, 22.September 2009

Beim letzten Gebäude von Alpe Flacera beginnt ein deutlicher Pfad, der zuerst etwas absteigend, dann waagrecht in die senkrechte Flanke zur Ogliana di Pozzolo hineinführt. Über einige ausgesetzte plattige Zonen mit Tacche und der eingemeisselten Jahreszahl 49 erreicht man den Fluss selbst. Bei nasser Witterung rinnt über die Platten ein Bach, die Querung ist dann stark erschwert oder unmöglich. Jenseits folgt man Bändern mit der Weganlage aus dem Tobel der Ogliana hinaus und erreicht den nachfolgenden Rücken. (Der aufmerksame Begeher wird die Abzweigung eines undeutlichen Pfades kurz vor Erreichen des Rückens wahrnehmen, diese Pfadspur führt jedoch zur Ogliana hinab, und nicht nach Montusa.) Sobald man auf dem Rücken ist, oder aber wenige Meter höher, verlässt man den nach Alpe Nancino führenden Pfad (der sich weiter oben ohnehin verliert), und beginnt eine zunächst aufsteigende weglose Traverse. Von hier aus lässt sich das weitere Vorgehen gut studieren: Jenseits des übernächsten Tobels in nur etwa 200 Metern Entfernung nimmt man das montusa-seitige Ende des Wegtrassees wahr, das es zu erreichen gilt. Man umgeht die steile Zone eines früheren Erdrutsches oberhalb, und ändert die Traverse nun in eine absteigende. Das erste Tobel, eher eine seichte Rinne, wird problemlos überschritten. Danach steigt man kurz steil ab, um gleiche Höhe mit dem vorhin gesichteten Wegtrasseeende zu erreichen und quert schliesslich das zweite Tobel in konstanter Höhe (alte Schnittspuren). Nach Überschreiten des Baches im Tobel trifft man auf ein rasch besser werdendes Wegtrassee, das über eine exponierte Stelle aus dem Tobel herausführt und sanft absteigend die Alpe Montusa erreicht, wo die Route von Cardezza zur Colma Piana gekreuzt wird.


3. Etappe: Alpe Montusa - Pianazzacio - Alpe Loraccio (T5-; 1:30)

Vom Rifugio Montusa verlässt ein gut erkennbares Pfadtrassee die Alp nach Süden. Unterhalb der Wasserleitung erreicht man ein Tobel, in das ausgesetzt mit Hilfe eines Drahtseils eingetreten wird. Die Traverse fortsetzend erreicht man, zum Schluss etwas aufsteigend, die Ruine von Pianazzaccio. Studiert man die IGM-Karte, so wird man feststellen, dass die Pfade nach Pianazzaccio und Alpe Loraccio nicht identisch sind. Das bedeutet, dass deutlich unterhalb der Ruine von Pianazzaccio die Wegfortsetzung über eine absteigende Treppe gesucht werden muss; dazu geht man sinnvollerweise von der Ruine wieder etwas zurück. Den Schnittspuren folgend erreicht man den Rand des felsigen Kanals des Rio Ogliana. Tacche leiten über Platten zum Fluss hinab. Jenseits steigt man sofort gerade hinauf und erreicht praktisch weglos steil die ersten Ruinen der Alpe Loraccio (P.1138 IGM). Etwas weiter oben, bei weiteren Ruinen kreuzt man die separat beschriebene Route von Alpe Selvanegra nach Alpe Selvasecca.

Pianazzaccio
Pianazzaccio, 22.September 2009


4. Etappe: Alpe Loraccio - Alpe Ogliana (T3; 1:00)

Im Wald oberhalb der Ruinen trifft man auf den Beginn des noch erhaltenen Pfades nach Alpe Ogliana. Auf 1450m verliert er sich allmählich in der dichter werdenden Vegetation. Auf einer kleinen, wenig augeprägten Rippe ist jedoch eine Route ausgeastet, die schliesslich den ehemaligen Wanderweg Alpe Corte - Alpe Ogliana wenige Minuten vor Alpe Ogliana erreicht. Der Wanderweg wird wegen des zerstörten Rifugios in Ogliana nicht mehr gepflegt und verwildert zusehends. Auf ihm erreicht man die Ruinen der Alp und der im Winter 2008/09 von einer Lawine zerstörten Unterkunft.

Alpe Loraccio
Alpe Loraccio, 22.September 2009

5. Etappe: Alpe Ogliana - Alpe Quagiui (T4+; 2:30)

(von Bernhard Herold Thelesklaf) Wir steigen von den Ruinen des Rifugio zunächst in direkter Falllinie in den Talkessel hinauf. Trotz der vielen Alpenrosen kommen wir gut voran, besonders wenn wir über Stellen mit viel Geröll gehen. Auf 1755m gehen wir in Richtung eines kleinen Grats auf der linken Seite des Talkessels, etwa 20m vor der Felswand ganz links. Wenn man nun zum Grat hinaufblickt, sieht man links einen großen Felsvorsprung auf dem Grat, zu welchem die erwähnte Felswand aufsteigt. Dann folgen auf dem Grat zwei weitere, deutlich kleinere Vorsprünge. Sie sind etwa gleich gross; der linke ist spitzig, der rechte kubischer. Unser Übergang befindet sich unmittelbar rechts dieser beiden Vorsprünge. Auf 1860m sehen wir linkerhand am unteren Ende der Felswand eine kleine Höhle bis zu welcher wir gehen. Vor uns befindet sich eine steile Felsplatte auf dem Weg zum Grat. Wir erkennen jetzt aber einige herausgeschlagene Tritte, die von der Felswand (nun hinter uns) über die Felsplatte schräg 10m hinauf führen. Wir kommen zu einer jungen Lärche und müssen nun noch weitere 10m zum Grat hinaufsteigen zum Übergang auf 1880m. Vor uns liegt das Val Grande mit seinen zahlreichen Seitentälern. Weit unten erkennen wir bereits die verstreuten Ruinen der Alpe Quagiui, zu der wir ohne Schwierigkeiten auf einer Pfadspur absteigen.

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