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Valli
Ogliana: Bèura - Montusa - Ogliana - Quagiui |
Bèura wird mindestens alle zwei Stunden mit
einem Bus ab
Domodossola erreicht.

Ruinen von Ogliana (von Alpe Larzoi), 21.Juni 2010
1.
Etappe: Bèura - Alpe Solià (T2;
2:00)
Von
Bèura folgt man dem Sentiero natura über eine schöne Mulattiera nach
Bissoggio. Am oberen Rand dieser Siedlung beginnt der offiziell markierte
Wanderweg, der über Alpe Slasca und Alpe Lugros (P.697 IGM) zum
Rio delle Rovine und nach Alpe Solià fuori und dentro führt. In Alpe
Lugros lohnt sich ein Abstecher zur nicht in den Karten vermerkten
Alpe La Piana, ca 770m. Wenig östlich dieser Alp verbergen sich im
Wald gut erhaltene mächtige Ackerbauterrassen, die mit unwahrscheinlichem
Aufwand in den Hang hineingebaut wurden. Die von dort einst nach Alpe
Uler (P.1011) und Alpe Ruscà führenden Pfade sind praktisch vollständig
verschwunden.

Teile der Ackerbauterrassen in Alpe La Piana, 18.Juni 2010
2.
Etappe: Alpe Solià - Alpe Flacera - Alpe Montusa (T4+;
2:00)
(Anmerkung:
Von Solià führt ein guter Pfad bis nach Alpe Arvoria. Obwohl sich der
Pfad noch weiter bis gegen die Ogliana di Pozzolo fortsetzt, ist hier
kein gefahrloser Durchgang nach Montusa möglich.)
Am
höchsten Punkt des markierten Pfades zwischen Alpe Solià fuori und
Alpe Solià dentro zweigt nach links der gut erhaltene Weg nach Alpe
Ruscà ab. Man folgt ihm nur für einige Minuten und schwenkt dann nach
in den Pfad nach Alpe Flacera ein.
Obwohl Flacera bereits 1945 aufgegeben wurde, ist der Pfad durch wildes
Gelände gut erhalten und birgt keinerlei Schwierigkeiten. (Bis
hierher T3.)

Alpe Flacera, 22.September 2009
Beim letzten Gebäude von Alpe Flacera beginnt ein deutlicher Pfad,
der zuerst etwas absteigend, dann waagrecht in die senkrechte Flanke
zur Ogliana di Pozzolo hineinführt. Über einige ausgesetzte plattige
Zonen mit Tacche und der eingemeisselten Jahreszahl 49 erreicht
man den Fluss selbst.
Bei nasser Witterung rinnt über die Platten ein Bach, die Querung
ist dann stark erschwert oder unmöglich. Jenseits folgt man
Bändern mit der Weganlage aus dem Tobel der Ogliana hinaus und erreicht
den nachfolgenden Rücken. (Der aufmerksame Begeher wird die Abzweigung
eines undeutlichen Pfades kurz vor Erreichen des Rückens wahrnehmen,
diese Pfadspur führt jedoch zur Ogliana hinab, und nicht nach
Montusa.)
Sobald man auf dem Rücken ist, oder aber wenige Meter höher, verlässt
man den nach Alpe Nancino führenden Pfad (der sich weiter oben
ohnehin verliert), und beginnt eine zunächst aufsteigende weglose
Traverse. Von hier aus lässt sich das weitere Vorgehen gut studieren:
Jenseits des übernächsten Tobels in nur etwa 200 Metern Entfernung
nimmt man das montusa-seitige Ende des Wegtrassees wahr, das es zu
erreichen gilt. Man umgeht die steile Zone eines früheren Erdrutsches
oberhalb,
und ändert die Traverse nun in eine absteigende. Das erste Tobel,
eher eine seichte Rinne, wird problemlos überschritten. Danach steigt
man kurz steil ab, um gleiche Höhe mit dem vorhin gesichteten Wegtrasseeende
zu erreichen und quert schliesslich das zweite Tobel in konstanter
Höhe (alte
Schnittspuren). Nach Überschreiten des Baches im Tobel trifft man
auf ein rasch besser werdendes Wegtrassee, das über eine exponierte
Stelle aus dem Tobel herausführt und sanft absteigend die Alpe
Montusa erreicht, wo die Route
von Cardezza zur Colma Piana gekreuzt wird.
3. Etappe: Alpe Montusa - Pianazzacio - Alpe Loraccio (T5-;
1:30)
Vom
Rifugio Montusa verlässt ein gut erkennbares Pfadtrassee die Alp
nach Süden.
Unterhalb der Wasserleitung erreicht man ein Tobel, in das ausgesetzt
mit Hilfe eines Drahtseils eingetreten wird. Die Traverse fortsetzend
erreicht man, zum Schluss etwas aufsteigend, die Ruine von Pianazzaccio.
Studiert man die IGM-Karte, so wird man feststellen, dass die Pfade
nach Pianazzaccio und Alpe Loraccio nicht identisch sind. Das bedeutet,
dass deutlich unterhalb der Ruine von Pianazzaccio die Wegfortsetzung
über eine absteigende Treppe gesucht werden muss; dazu geht man
sinnvollerweise von der Ruine wieder etwas zurück. Den Schnittspuren
folgend erreicht man den Rand des felsigen Kanals des Rio Ogliana.
Tacche leiten über
Platten zum Fluss hinab. Jenseits steigt man sofort gerade hinauf und
erreicht praktisch weglos steil die ersten Ruinen der Alpe Loraccio
(P.1138 IGM). Etwas weiter oben, bei weiteren Ruinen kreuzt man die
separat beschriebene Route von Alpe Selvanegra
nach Alpe Selvasecca.

Pianazzaccio, 22.September 2009
4.
Etappe: Alpe Loraccio - Alpe Ogliana (T3;
1:00)
Im
Wald oberhalb der Ruinen trifft man auf den Beginn des noch erhaltenen
Pfades nach Alpe Ogliana. Auf 1450m verliert er sich allmählich in
der dichter werdenden Vegetation. Auf einer kleinen, wenig augeprägten
Rippe ist jedoch eine Route ausgeastet, die schliesslich den ehemaligen
Wanderweg Alpe Corte - Alpe Ogliana wenige Minuten vor Alpe Ogliana
erreicht. Der Wanderweg wird wegen des zerstörten Rifugios in Ogliana
nicht mehr gepflegt und verwildert zusehends. Auf ihm erreicht man
die Ruinen der Alp und der im Winter 2008/09 von einer Lawine zerstörten
Unterkunft.

Alpe Loraccio, 22.September 2009
5.
Etappe: Alpe Ogliana - Alpe Quagiui (T4+;
2:30)
(von Bernhard Herold Thelesklaf) Wir steigen von den Ruinen des Rifugio zunächst in direkter Falllinie in den Talkessel hinauf. Trotz der vielen Alpenrosen kommen wir gut voran, besonders wenn wir über Stellen mit viel Geröll gehen. Auf 1755m gehen wir in Richtung eines kleinen Grats auf der linken Seite des Talkessels, etwa 20m vor der Felswand ganz links. Wenn man nun zum Grat hinaufblickt, sieht man links einen großen Felsvorsprung auf dem Grat, zu welchem die erwähnte Felswand aufsteigt. Dann folgen auf dem Grat zwei weitere, deutlich kleinere Vorsprünge. Sie sind etwa gleich gross; der linke ist spitzig, der rechte kubischer. Unser Übergang befindet sich unmittelbar rechts dieser beiden Vorsprünge. Auf 1860m sehen wir linkerhand am unteren Ende der Felswand eine kleine Höhle bis zu welcher wir gehen. Vor uns befindet sich eine steile Felsplatte auf dem Weg zum Grat. Wir erkennen jetzt aber einige herausgeschlagene Tritte, die von der Felswand (nun hinter uns) über die Felsplatte schräg 10m hinauf führen. Wir kommen zu einer jungen Lärche und müssen nun noch weitere 10m zum Grat hinaufsteigen zum Übergang auf 1880m. Vor uns liegt das Val Grande mit seinen zahlreichen Seitentälern. Weit unten erkennen wir bereits die verstreuten Ruinen der Alpe Quagiui, zu der wir ohne Schwierigkeiten auf einer Pfadspur absteigen.