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Valli Ogliana: Selvanegra - Nancino - Pozzolo
 



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Am 20.Juni 2010 bzw. 30.Mai 2011 begangene Route. Es sei explizit darauf hingewiesen, dass die Valli dell'Ogliana eine besonders wilde Zone im Umfeld des Val Grande darstellen. Viele in den Karten vermerkte Wege sind verschwunden oder in sehr schlechtem Zustand, so auch die hier beschriebenen. Die Topografie ist stark zerklüftet, es benötigt viel Erfahrung für eine Begehung. In der abseits der Route gelegenen, aber von verschiedenen Punkten in etwas über einer Stunde erreichbaren Alpe Montusa existiert eine gut eingerichtete, offene Jägerhütte, in der man - ausserhalb der Jagdsaison - übernachten kann.
Aus gegebenem Anlass folgende zusätzliche Hinweise: Eine gute physische und psychische Konstitution des Alpinisten ist unerlässlich. Eine entsprechende Ausrüstung einschliesslich Biwakmaterial ist unabdingbar. Wer Zweifel an seinen diesbezüglichen Fähigkeiten oder der Qualität seiner Ausrüstung hat, der nehme Abstand von dieser Unternehmung!

Anreise

Alpe Marzone wird auf den Routen Valli dell'Ogliana I oder Valle di Cuzzego erreicht. Alternativ kann man bei der Gemeindeverwaltung in Bèura Fahrbewilligung und Barrierenschlüssel für die Fahrt zur Alpe Marzone erhalten. In Cardezza findet man Unterkunft im Albergo delle Alpi, Telefon 0324 36409.

Viper
Viper in Alpe Selvasecca, 20.Juni 2010


1. Etappe: Alpe Marzone - Alpe Selvanegra - Alpe Loraccio (T3; 2:30)

In Alpe Marzone folgt man der waagrechten Fahrstrasse und erreicht in Kürze den Heliport eingangs der Valli dell'Ogliana. Jenseits des Heliport findet man einen vorzüglichen Pfad mit einer offiziellen Markierung. Diese Markierung führt bei der nächsten Verzweigung auf den oberen Pfad, der über Alpe Vadione nach Alpe Corte führt. Man wählt daher den unteren Pfad, der in guter Qualität zu den Häusern und Ruinen von Il Crop (zwischen P.730 und der Alpe Gallina) führt. Dort, wo der Pfad nach Montusa (von hier in 0:45 erreichbar) beginnt deutlich steiler abzufallen, führt der gut erkennbare Pfad waagrecht weiter und beginnt sich dann in den Grund des von Canton Arond herabkommenden Tobels abzusenken. (Die Pfadsignatur der Landeskarte ist falsch, korrekt ist diejenige der IGM-Karte, die Verzweigung befindet sich unterhalb von Il Crop auf ca 830m.) Man überquert den Fluss, was nur bei Niedrigwasser möglich ist, und findet jenseits wieder einen guten Pfad der dem von weitem sichtbaren, mitten im Wald liegenden Plattenschuss westlich ausweicht und in guter Qualität nach Alpe Selvanegra di sotto, ca 940m, leitet. Westlich der Gebäude setzt sich der Pfad zwischen ehemaligen Weidemäuerchen fort und erreicht bei ca 990m weitere, nicht in den Karten eingezeichnete Ruinen. Hier beginnt eine waagrechte Querung, anfänglich eher schlecht sichtbar an einer Quelle vorbei, später wieder besser erkennbar, bis zu den Ruinen von Alpe Selvanegra di sopra. Von hier ab bestehen drei verschiedene Möglichkeiten:
A) Über den Rücken, der sich genau über den Ruinen erhebt, findet sich im Buchenwald der Rest eines Wegtrassees (in der IGM-Karte verzeichnet), das zu den Ruinen von Alpe La Motta, P.1213 IGM führt. Hier kreuzt das nur teilweise erhaltene Wegtrassee Alpe Gallina - Canton Arond - Alpe Loraccio, dem man nach Loraccio (oder via Canton Arond nach Alpe Corte, 1:30, T4) folgt.
B) Über den Rücken der sich jenseits der unmittelbar östlich von Alpe Selvanegra di sopra gelegenen Rinne befindet, führt eine deutlichere Weganlage steil bergan. Sie kreuzt die Route A) und mündet schliesslich oberhalb von Loraccio in die nach Alpe Ogliana führende Route. Sie ist wohl Teil der einstigen Strada delle Vacche von Cardezza über Alpe Selvanegra nach Alpe Ogliana.
C) Schräg durch den Wald aufwärts - wie in der Landeskarte verzeichnet - gelangt man am schnellsten und kürzesten zu den Ruinen der Alpe Loraccio, wo die Route von Montusa nach Ogliana kreuzt.

Alpe Selvanegra di sopra
Alpe Selvanegra di sopra, 20.Juni 2010

2. Etappe: Alpe Loraccio - Alpe Selvasecca - Alpe Nancino di sotto (T5+; 1:30)

Der nun folgende Abschnitt bietet einige Schwierigkeiten. Er darf nur mit ausreichender Erfahrung in schwierigem bewaldeten Gelände begangen werden. Der einstige Pfad ist praktisch verschwunden, lediglich an einigen Stellen erinnern Reste von Kunstbauten oder Tacche an seine Existenz. Von den oberen Ruinen in Loraccio folgt man einem sichtbaren Wegtrassee leicht ansteigend nach Osten in den Buchenwald hinein, wo es sich rasch verliert. Das erste, von Alpe Ogliana herabkommende Tobel kann an verschiedenen Stellen überschritten werden. Eine Möglichkeit besteht oberhalb eines Wasserfalls am Zusammenfluss mit einem Sekundärtobel, andere Möglichkeiten tiefer unten. Der nachfolgende Buchenwald wird horizontal etwa auf der Höhenkurve 1200m durchquert, dabei stösst man auf Köhlerplätze. Das zweite Tobel kann an beliebiger Stelle gequert werden. Das dritte und letzte Tobel wird auf 1180m betreten. Oberhalb einer Stufe erreicht man den Tobelgrund, wo es kein Entrinnen zu geben scheint. Doch findet sich in der gegenüberliegenden Plattenwand eine Abfolge von Tacche, die zuerst rechts, dann links die Platten erklimmen und ein Mäuerchen oberhalb der Wand erreichen, wo man sich in dichter Erlen- und Ginstervegetation wiederfindet. Man steigt gegen die darüberliegende Wand an, und trifft auf eine (wegen der Ginsterbewuchses schlecht erkennbare) Bänderabfolge, die waagrecht nach links aus dieser Wand hinaus leitet. Nach wenigen Metern erreicht man die zuvor nicht einsehbare Alpe Selvasecca, wo die Schwierigkeiten überwunden sind.

Alpe Selvasecca
Alpe Selvasecca, 20.Juni 2010

Jenseits der Ruinen findet sich ein unterbrochenes Wegtrassee, das schwach gegen eine Felswand ansteigt. Zuerst am Fuss der Felswand traversierend, später in sie hineinsteigend folgt man den nicht immer gut erkennbaren Trasseeresten und erreicht schliesslich den Rücken nördlich der Alpe Selvasecca. Über den Rücken steigt man weitere 30m an und erreicht den guten Pfad Montusa - Larzoi, über den die separat beschriebene Route Valli dell'Ogliana I verläuft. Über den Pfad steigt man in eine Mulde ab und folgt ihr abwärts, bis das Wegtrassee in das von der Punta Pozzolo herabkommende Tobel einschwenkt. Über ein Grasband und einige Tacche gelangt man in den Grund. Jenseits folgt man einem ausgeprägten Pfad, der zuerst etwas aufsteigend, dann waagrecht und absteigend bis zur Wegverzweigung unterhalb Alpe Nancino (di sotto) führt. (Von hier aus lässt sich das Rifugio in Montusa in 0:45 erreichen.) Dem weitgehend erhaltenen Wegtrassee folgt man zuerst in Kehren steil bergauf, dann in waagrechter Traverse zu den Ruinen von Alpe Nancino di sotto.



3. Etappe: Alpe Nancino di sotto - Alpe Nancino di sopra (T4; 1:00)

Oberhalb der Ruinen der Alp findet man den Beginn des nicht durchgehend sichtbaren und abschnittsweise in schlechtem Zustand befindlichen Wegtrassees nach Alpe Nancino di sopra. Indessen ist das Gelände technisch nicht schwierig, so dass man ohne besondere Probleme bis zum vegetationsfreien Rücken auf ca 1700m aufsteigt, hinter dem sich das nach Flacera abfallende Tobel befindet. Im Abstieg begangen ist dieser Abschnitt orientierungstechnisch sehr anspruchsvoll, da man in der Regel den korrekten Rücken verfehlt und dazu neigt entlang der (nur in der IGM-Karte verzeichneten) Gemeindegrenze in unwegsames Gelände abzusteigen. Für diesen Fall ist es gut zu wissen, dass von P.1598 (IGM) nochmals ein (anderes) Wegtrassee absteigend zurück zum Hauptweg traversiert. Vom offenen Rücken auf 1700m traversiert man waagrecht zu den Ruinen der Alpe Nancino di sopra. Das breite Wegtrassee ist noch erhalten, liegt aber mehrheitlich unter Erlenbeständen. Es ist ratsam wenige Meter höher zu traversieren, wo ein problemloses Durchkommen möglich ist.

Alpe Nancino di sopra
Alpe Nancino di sopra, 21.Juni 2010

4. Etappe: Alpe Nancino di sopra - Porta Pozzolo - Rifugio Pozzolo (T4-; 1:15)

Links der Ruinen setzt sich das ungewöhnlich breite Wegtrassee fort. Es ist jedoch auch hier wieder stark von Erlen und Birken bedrängt. Mit Vorteil holt man daher zunächst grosszügig nach Westen gegen den Rücken aus, kehrt jedoch sehr bald zu ihm zurück, nämlich sobald es die Vegetation zulässt. Man traversiert eine felsige Rinne und findet in der anschliessenden steilen Gras- und Schrofenflanke ein sehr grosszügig und flach angelegtes Trassee, das in Kehren zur Porta di Pozzolo ansteigt. Hier trifft man auf die separat beschriebene Route vom Rifugio Pozzolo nach Borgo delle Valli. Ihr folgt man in umgekehrter Richtung in Kürze zum Rifugio Pozzolo.

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Weitere Fotografien Marzone - Nancino di sotto

Weitere Fotografien Nancino di sotto - Pozzolo

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