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"Via panoramica Val d'Ossola" I
 



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Tag 1
Tag 2


Mit leiser Ironie vom Autor so betitelte Höhenquerung im Val d'Ossola. Man lasse sich nicht täuschen: Die vorgestellte Route hat nichts mit einem bequemen Wanderweg zu tun! Vielmehr ist sie eine Route für den erfahrenen Val-Grande-Alpinisten. Dereinst soll die Route durchgehend von Ompio bis Trontano beschrieben sein. Im Verlaufe der Zeit wird hier Etappe für Etappe ergänzt werden.
Aus gegebenem Anlass folgende zusätzliche Hinweise: Eine gute physische und psychische Konstitution des Alpinisten ist unerlässlich. Eine entsprechende Ausrüstung einschliesslich Biwakmaterial ist unabdingbar. Wer Zweifel an seinen diesbezüglichen Fähigkeiten oder der Qualität seiner Ausrüstung hat, der nehme Abstand von dieser Unternehmung!

Erster Tag: Ompio - Alpe Saltir

Das Rifugio Ompio bzw. das Strassenende in Ruspesso wird auf einer Fahrstrasse von San Bernardino Verbano, Fraktion Santino erreicht. Wegen des vorherrschenden Vandalismus sei ausdrücklich davor gewarnt, hier eigene Fahrzeuge abzustellen. Man nutze ein Taxi oder einen der schlecht beschilderten Wanderwege von Candoglia, Mergozzo oder Rovegro.


1. Etappe: Ompio/Ruspesso - Vercio (T2/T3; 1:00)

Beim Strassenende in Ruspesso beginnt der markierte Wanderweg, dem man bis nach Vercio folgt. Eine Variante stellt der etwas direkter verlaufende Pfad an Cortaccia vorbei nach Fontana dar. Auch wenn er derzeit noch freigehalten wird, so ist er in nicht mehr besonders gutem Zustand und mühsamer zu begehen. Man findet seinen Beginn zwischen den Häusern von Ruspesso, die er nach oben hin verlässt.


2. Etappe: Vercio - Alpe Margossogno (T4-; 1:00)

Von Vercio geht man zum eingerichteten Rastplatz mit Tischen und Bänken und findet hier letzte weiss-rote Markierungen. Ein mit gelben Rauten markierter Weg beginnt allmählich gegen Candoglia abzusteigen. Man folgt ihm bis zu einer ersten Kehre, wo der ebenfalls gelb markierte Pfad nach Alpe Margossogno abzweigt. Anfangs ist er gut ausgebaut und unterhalten, später - nach einer Abzweigung zum unterhalb gelegenen Häuschen von Alpetto - wird er undeutlicher, bleibt aber gelb markiert. Nach der interessanten Querung einer Felswand gelangt man bald zu den ersten Ruinen der Alpe Margossogno und wenig darauf zur Kehre einer alte Mulattiera, die in der Landeskarte als Fahrstrasse wiedergegeben ist. Hier endet die gelbe Markierung. Man folgt der Mulattiera bergauf ohne in den Steinbruch einzudringen, und gelangt zu weiteren, zum Teil noch recht gut erhaltenen Ruinen der Alpe Margossogno, wo die Route über die Via di Lizza nach Candoglia abzweigt.

Alpe Margossogno
Cima di Carbunisc, 21.März 2011


3. Etappe: Alpe Margossogno - Alpe Corte Lorenzo (T5/III; 2:00)

Wegspuren rechterhand folgend werden erneut Ruinen erreicht, die von der Wasserzuleitung des Steinbruchs durchquert werden. Nun linkerhand durch ein Tälchen hinauf erreicht man den alten, nicht mehr genutzten Steinbruch und den Stafel Sciresola der Alpe Margossogno. Über den Rücken, von den einstigen Abbauzonen bedrängt, führt ein Weglein mit verblassten Markierungen in wenigen Minuten zum Stafel Curt Per. Ein zunächst breites und ausgeprägtes Wegtrassee führt in die nächste Rinne, die mit Hilfe eines Drahtseils überquert wird. Nun wird das Trassee undeutlicher, bleibt aber weiterhin erkennbar. So folgt man den Schnittspuren mit einigem Auf und Ab über verschiedene Rinnen und Rippen hinweg, traversiert ausgesetzte Wände mit weiteren Drahtseilen bis man schliesslich vor einer eher unscheinbaren Rinne anlangt, in die man nur über eine leicht überhängende Stufe hinabgelangt. Drei neue zuverlässige (Stand: 2011) Drahtseile helfen über die Stufe hinab (3m III). Jenseits folgt man einem alten Drahtseil eine Grasrampe hinauf, woraufhin das Trassee vollends undeutlich wird. (Vermutlich existieren im folgenden verschiedene Möglichkeiten.) Nur noch sporadischen Schnittspuren folgend steigt man auf und quert schliesslich in eine versteckte Rinne hinein (Erlen, keine Schnittspuren). Jenseits trifft man wieder auf Wegreste mit erneuten (wenigen) Schnittspuren, die zu einer obligatorischen Passage am Fusse der Felswand der Cima Corte Lorenzo leiten. Man setzt nun die waagrechte Querung im einfachen Wald weglos fort, bis zu einer Felszone, die wenig oberhalb umgangen wird. Kurz darauf trifft man auf ein von oben kommendes altes Trassee, das zu den Weiden der Alpe Corte Lorenzo hinabführt, die man rund 120m über der Ruine betritt. Man kann nun zur Ruine absteigen, wo die separat beschriebene Route von Albo heraufkommt, oder aber die Traversierung auf gleicher Höhe fortsetzen, um direkt die Reste der Weganlage nach Alpe Corte zu gewinnen.

Alpe Corte Lorenzo
Alpe Corte Lorenzo, 7.April 2010


4. Etappe: Alpe Corte Lorenzo - Vallone di Bèttola (T4+; 2:00)

Solange die Vegetation nicht spriesst erkennt man in Alpe Corte Lorenzo die Reste eines Wegtrassees, welches nach Norden bergan zieht und bald den Rücken erreicht, der von der Alpe Corte heraufstreicht. Von diesem aussichtsreichen Ort kann man ausgiebig die Zone Saltir und Lavatta studieren. Über den Rücken wird ohne weitere Probleme abgestiegen, abschnittsweise sind Schnittspuren und Reste eines Wegtrassees vorhanden. Auf etwa 730m hält man auf dem Rücken rechts und sucht einen Steinmann am oberen Ende eines Couloirs. Durch dieses Couloir muss zwingend abgeklettert werden (II). Unten angekommen folgt man dem Fuss der Felswand nach links bis man zurück gegen den Rücken kommt und dort auf ein kreuzendes Wegtrassee trifft. Man folgt ihm nach rechts und trifft in Kürze auf einen besseren Weg mit grünen Punkten. Ihm folgt man aufwärts, oberhalb der Ruinen der Alpe Corte hindurch, und gelangt so auf den regulären Weg von Bèttola über Alpe Corte ins Vallone di Bèttola. Ihm wird gefolgt, passiert zwei ausgesetzte Stellen mit Drahtseilen und gelangt in das Tobel von Ör Piciocch. Jenseits anhand von Markierungen gleich wieder heraus (Farbmarkierungen, Steintreppe) und auf den Rücken oberhalb des Tobels. Nun folgt man - trotz Farbmarkierungen - nicht dem Rücken, sondern steigt auf der anderen Seite des Rückens sofort wieder auf einem guten Pfad hinab und gelangt so in den Grund des Vallone di Bèttola, wo man die Lavatta-Route erreicht.

Alpe Saltir
Alpe Saltir (von Alpe Corte Lorenzo), 21.März 2011


5. Etappe: Vallone di Bèttola - Alpe Saltir (T4; 2:00)


Von der Verzweigung folgt man einem deutlichen Pfad auf der orografisch linken Seite des Vallone di Bèttola bis zu einer Höhe von ca 1070m. Hier biegt man nach links ab (gelbe Markierungen) in den Hang der orografisch rechten Flanke und erreicht in interessanter Wegführung den aussichtsreichen Ort Asaa (ca 1270m), wo sich die Pfade nach Saltir und Lavatta verzweigen. Es ist wichtig zu wissen, dass eine erste verzweigende Markierung in heikles Gelände leitet. Man steigt daher noch 30m höher, bis man auf eine zweite Verzweigung trifft. Kurz absteigend gelangt man zum Funtanin, einem immer wasserführenden Bach. Über einige Kehren erreicht man schliesslich die Ruine der Alpe Saltir unter einem grossen Block. Angenehmer Biwakplatz mit Biwakbuch, Wasser muss am Funtanin geholt werden. Für den Weiterweg über die Bocchetta di Saltir siehe die separat beschriebene Route.

Tag 1
Tag 2

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