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Sasso Miscioi
 



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Am 15.Mai 2008 bzw. 29.Mai 2011 begangene interessante Route von Cosa über Pra di sopra, Alpe Sottosasso und den Sasso Miscioi nach Alpe Corte Vecchio und Pozzolo. Vom Pfad von Alpe Sottosasso bis auf den Sasso Miscioi sind nur wenige Reste erhalten, die übrigen Wegabschnitte sind noch vorhanden, aber teilweise in schlechtem Zustand. Man bewegt sich ab Pra di sopra bis Corte Vecchio stets im wilden und abweisenden Gelände. Die Pfade sind oft ausgesetzt und weisen bemerkenswerte Kunstbauten über manchmal hohen Abgründen auf. Die Route ist nur für erfahrene Alpinisten geeignet.
Aus gegebenem Anlass folgende zusätzliche Hinweise: Eine gute physische und psychische Konstitution des Alpinisten ist unerlässlich. Eine entsprechende Ausrüstung einschliesslich Biwakmaterial ist unabdingbar. Wer Zweifel an seinen diesbezüglichen Fähigkeiten oder der Qualität seiner Ausrüstung hat, der nehme Abstand von dieser Unternehmung!

Anreise

Cosa lässt sich mit dem Circolare (Ringbus) täglich alle zwei Stunden vom Bahnhof Domodossola erreichen.

Sasso MIscioi
Sasso Miscioi von Pra di sopra, 19.Mai
2011


1. Etappe: Cosa - Pra di sopra (T2; 1:30)

Von der Bushaltestelle in Cosa geht man zum am Fusse des Hanges im südlichen Dorfteil gelegenen Schulhaus. Ein Fussweg führt nun in südliche Richtung dem Hangfuss entlang bis zu einer in der Landeskarte verzeichneten Kapelle, wo die alte, gepflasterte Mulattiera nach San Lorenzo ihren Ausgang nimmt. Signalisation und Markierungen bis hierher sind rar und wenig hilfreich. Über die schöne Mulattiera, die einmal kurz von einer Fahrstrasse unterbrochen ist, gelangt man zur Kirche von San Lorenzo. (Alternativ steigt man auf einer offiziell bezeichneten anderen Mulattiera vom nördlichen Dorfteil von Cosa hierher auf.) Zunächst folgt man weiter der gepflasterten Mulattiera in langen Geraden aufwärts und ignoriert eine nach rechts weisende Markierung. Dort wo die Pflasterung endet, hält man auf dem deutlichsten Pfad rechts aufwärts und trifft oberhalb von Weidemauern auf die Fortsetzung des Pflasterbelags und erreicht in Kürze die Wiese mit den schön hergerichteten Gebäuden von Caciollo, 589m. Bei der Kapelle jenseits der Häuser findet man die Fortsetzung des guten Pfades Richtung Mura. Nach einem steilen Wegabschnitt trifft man auf eine von Steinmaueren eingefasste flache Wiese. Wenige Meter danach zweigt der nach Pra di sopra führende Pfad links ab (rote Markierung). Verfehlt man die Abzweigung so geht man an einer Kapelle vorbei weiter bis Mura, 728m, und geht vor den Ruinen hart links und gelangt in einigen Kehren über einen undeutlichen Pfad durch einen alten Kastanienwald nach Pra di sopra, ca 830m. Hier befinden sich bemerkenswerte Terrassen und die Ruinen eines Hofs. (Die via Mura und Alpe Oro nach Alpe Sottosasso führende Route ist separat beschrieben.)

Pra di sopra
Pra di sopra, 15.Mai 2008


2. Etappe: Pra di sopra - Alpe Sottosasso (T5-; 2:00)

Man verlässt den eindrücklichen Platz von Pra di sopra auf rot markiertem, zunächst rund 30m abfallenden Pfad, bevor man eine lange Traverse beginnt. Nach einer felsigen Passage mit den Resten von Kunstbauten (II) erreicht man eine weitere Ruine. Man setzt die waagrechte Querung auf gut sichtbarem Pfad fort, durchquert zunehmend felsiges Gelände, das mittels diverser Kunstbauten und alten Drahtseilen, deren Verankerungen stets zu prüfen sind, überwunden wird und gelangt in die Rinne, die östlich von P.1164 ihren Ausgang hat. Durch diese Rinne wird rund 30m abgestiegen, bevor der Weg mit Hilfe eindrücklicher Kunstbauten und einiger Holzbrücken die Traverse fortsetzt und schlussendlich etwa 20m auf die Rippe östlich der Rinne ansteigt (auf der LK gut erkennbar), wo man in einfaches Gelände gelangt. Durch einen schönen Buchenwald traversiert man waagrecht bis zur einstigen Brücke über den Rio Menta. Gewöhnlich muss der Bach hier durchwatet werden, was keine besonderen Probleme darstellt. Jenseits steigt der Pfad in gut sichtbaren Kehren bis zu einer Terrasse, etwa 40m über dem Fluss an. Ab hier ist der Pfad nur noch sehr schlecht sichtbar, man achte darauf, ihn nicht zu verlieren, und orientiere sich an den allmählich verblassenden roten Markierungen. Er steigt zunächst mehr oder weniger gerade durch den Hang hinauf, überwindet eine Steilstufe und beginnt dann allmählich nach rechts zu tendieren, wo man auf ca 950m eine erste Ruine erreicht. Auf wieder ausgeprägterem Pfad erreicht man schliesslich die Ruinen der Alpe Sottosasso, 1041m, wo man die Routen nach Ramella und zur Alpe Menta kreuzt.

Riale di Menta
Guado Rio Menta, 15.Mai 2008


3. Etappe: Alpe Sottosasso - Sasso Miscioi (P.1516 IGM) (T5-; 1:30)


Bei den mittleren Ruinen der Alpe Sottosasso (P.1041 IGM) sticht man geradewegs in südlicher Richtung durch den Hang hinauf. Abgesehen von diversen Tierspuren sind hier praktisch keine Wegreste mehr erhalten. Dem aufmerksamen Begeher werden allerdings im locker bestockten Buchenwald da und dort markierungshalber angebrachte Schnittspuren auffallen. Auf etwa 1350m Höhe gelangt man allmählich zu verschiedenen Köhlerplätzen am Fusse der Felsaufschwünge des Sasso Miscioi. Man tendiert nur leicht nach rechts auf einen kaum ausgeprägten Rücken, und achtet dabei auf vermehrte Schnittspuren. Schliesslich beginnen Reste eines Weges in die felsige Zone einzusteigen, die hier überraschend wenig steil ist und bleibt. Zwischen den Felsen hindurchlavierend erreicht man so den Sasso Miscioi (P.1516 IGM, irrtümlich als P.516 ausgewiesen) von Westen her.

Val Menta
Val Menta, 19.Mai 2011


4. Etappe: Sasso Miscioi (P.1516 IGM) - Alpe Corte Vecchio - Rifugio Pozzolo (T4+; 2:00)



Auf dem Sasso Miscioi beginnt eine massiv ausgeastete Route zu P.1601 IGM (irrtümlich als P.1501 ausgewiesen) anzusteigen. Am Südrand des teilweise verwachsenen und verblockten Rückens steigt die ausgeastete Spur weiter an, bis sie auf ca 1650m - zunächst sehr undeutlich - in der Flanke gegen Corte Vecchio zu traversieren beginnt. Bald bessert sie sich zu einem undeutlichen Weglein, das schliesslich die tief eingefressene Rinne vor Corte Vecchio mit Hilfe eines Drahtseils überquert und die gepflegten Häuser der Alp und damit die "Via panoramica" erreicht. Jenseits steht ein offizieller Wegweiser, wo die guten Wege nach Alpe Pozzolo - Rifugio Pozzolo oder nach Selvaccia - Bèura ansetzen.

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