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Sasso Grande
 



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Am 9.April 2010 begangener Aufstieg auf die mächtige Kuppe des Sasso Grande ob Nibbio. Im ersten Teil des Aufstiegs dominieren die eindrücklichen Anlagen der Linea Cadorna. Später ist unter dem Sasso Grande in die steile Flanke des Valle di Nibbio hineinzuqueren, wo auf verfallendem Pfad manch interessante Stelle zu überwinden ist. Während der gesamten Unternehmung ist kein Wasser verfügbar.
Aus gegebenem Anlass folgende zusätzliche Hinweise: Eine gute physische und psychische Konstitution des Alpinisten ist unerlässlich. Eine entsprechende Ausrüstung einschliesslich Biwakmaterial ist unabdingbar. Wer Zweifel an seinen diesbezüglichen Fähigkeiten oder der Qualität seiner Ausrüstung hat, der nehme Abstand von dieser Unternehmung!

Anreise

Der Ausgangspunkt der Unternehmung ist die blaue Tafel der Gemeinde Mergozzo an der Strasse Cuzzago - Mergozzo, einige hundert Meter westlich von Nibbio. Man erreicht diese Stelle, indem man den Zug bis zum Bahnhof Cuzzago nimmt und von dort in 20 Minuten der Hauptstrasse folgt.

Linea Cadorna
Aufstieg über die Linea Cadorna, 9.April 2010


1. Etappe: Nibbio - Sasso Grande (T4+; 1:30)

Von der oben beschriebenen Stelle folgt man einem Flurweg, geht an einem geschlossenen Tor vorbei und überschreitet auf neuer Betonbrücke den Rio Nibbio. Jenseits folgt man einer Baupiste seinem orografisch rechten Ufer bis praktisch an die Mündung der Schlucht aus dem Valle di Nibbio. Bei einem Steinmann hat der gute Fussweg seinen Anfang, der bald das untere Ende der Strada Cadorna bei einer Kaverne erreicht. (Es war geplant, diesen Abschnitt der Strada Cadorna mittels eines Tunnels aus dem Valle di Nibbio anzuschliessen. Der Tunnel wurde nie fertiggestellt, ein Teil des Trassees im Valle di Nibbio jedoch gebaut.) Man folgt der alten Militärstrasse, wobei im Sommer oft dornenreiche Vegetation das Fortkommen erschwert. Dort, wo die Strasse in einem Tunnel verschwindet, weist eine verblasster weisser Pfeil auf eine Umgehungsmöglichkeit. Besser geht man durch den Tunnel, was auch ohne Licht mit etwas Vorsicht möglich ist. An einem Ausgang folgt man nicht dem zweiten, anschliessenden Tunnel, sondern tritt ans Tageslicht, und findet über dem Tunnelportal einen Pfad vor, der sich steil zwischen den Felsen hindurchmüht und einen aussichtsreichen Punkt über dem Valle di Nibbio erreicht. Verblasste Markierungen folgen dem undeutlicher werdenden Pfad über den Rücken hinauf oder suchen eine Route abseits des Trassees. Sobald sich der Rücken aufsteilt, wird das alte Trassee wieder deutlicher und weicht wiederholt in die Flanke des Valle di Nibbio aus. Unter der abschliessenden Felsstufe des Sasso Grande beginnt der Pfad definitiv in die Flanke des Valle di Nibbio zu traversieren, beginnend mit einem kurzen Abstieg. Man folgt dem Trassee weiterhin, auch durch wildes Gelände hindurch, und erreicht schliesslich die in der Landeskarte dargestellte Wegverzweigung, die sich tatsächlich erst hier, in der Flanke des Valle di Nibbio befindet. Durch einen steilen Buchenwald aufsteigend erreicht man auf Wegresten P.818 des Sasso Grande. Nun gegen die nach Cuzzago ausgerichtete Flanke aufsteigend erreicht man bereits nach wenigen Metern den von Cuzzago heraufkommenden rot markierten Pfad, dem man bis zu den Ruinen der Alpe Sostenna auf dem Sasso Grande (P.892, Karte IGM) folgt. Die Route im Abstieg zu finden ist schwierig, man achte auf sehr verblasste weisse Markierungen.

Sentiero
Sentiero Sasso Grande, 9.April 2010


2. Etappe: Sasso Grande - Mot Gianin (T3; 1:30)

Von den Ruinen folgt man weiterhin den allmählich verblassenden, roten Markierungen, die alte Wegfragmente und Schwachstellen zwischen den Felsgürteln ausnutzend gegen den Mot Gianin ansteigen. Vor der letzten Felsbastion, ca 1050m, traversiert man links etwas absteigend in die Flanke, umgeht einen Felssporn und findet sich in einem Erlenmeer wieder. Unter den Erlen liegt das noch gut erhaltene Trassee, das - oberhalb der Felsstufe - zurück auf den Rücken führt. Weglos erreicht man in Kürze die Ruine auf dem Mot Gianin mit der eingemeisselten Jahreszahl 1859. Von hier erhält man instruktive Einblicke ins Valle di Nibbio und in die ausgedehnte Flanke des Pizzo Proman, in deren Mitte sich noch eine Stütze der einstigen Seilbahn Cuzzago - Bocchetta di Valfredda - In la Piana erhalten hat.

Seilbahnstütze
Seilbahnstütze in der Proman-Wand (10x Zoom vom Mot Gianin), 23.März 2011


3. Etappe: Mot Gianin - Strada Cadorna (T5-; 2:00)

Von der Ruine am Mot Gianin steigt man nur noch wenige Meter weiter auf und schlägt sich dann in die Erlenvegetation. Mittels waagrechter Querung (Wegreste, ganz vereinzelt alte Schnittspuren, später weisse Markierungen) erreicht man eine Felspassage unter senkrechter Wand unmittelbar vor dem Rücken, der die Täler von Balangeri und Pianezza trennt (vgl. Wegsignatur IGM-Karte). Auf guten Gesimsen durch die Wand hindurch (II-) und auf dem Rücken eine Felsstufe abkletternd (II) erreicht man angenehmes offenes Gelände. Bei 1130m biegt man bereits wieder vom Rücken ab und traversiert in das Tal des Riale Balangeri hinein (Wegrest, kurze exponierte Traverse). Sobald gut möglich steigt man steil, aber ohne alpinistische Probleme zum Grund der Rinne ab. Man folgt der Rinne weiter abwärts (einige Erlen) und trifft bald auf verblassende rote Markierungen, die weiter durch die Rinne hinablotsen, bis sie auf ein steil abwärts führendes Wegtrassee führen, dass in die westliche Nachbarrinne hinüberleitet, und diese über Felsbänder gleich wieder zu einem Ruinenplatz verlassen. Vom Ruinenplatz folgt man den roten Markierungen durch einen steilen Wald hinüber zum Ende der Strada Cadorna ob Cuzzago, ca 860m, wo die Route nach La Vugia (P.1381, Karte IGM) vorbeikommt.

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Weitere Fotografien I

Weitere Fotografien II

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