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Alpe Taccarello
 



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Am 22.Mai 2009 begangener Aufstieg. Oberhalb Rigulun sind die Wege verfallen und die Orientierung nicht ganz einfach. Inesbesondere zwischen Rigulun und Taccarello ist die Landeskarte sehr unpräzise und das Gelände felsiger als es den Anschein hat. Die Pfade bis nach Rigulun und von der Alpe Aurinasca nach Colla Bassa sind offiziell signalisiert, aber nicht markiert.
Aus gegebenem Anlass folgende zusätzliche Hinweise: Eine gute physische und psychische Konstitution des Alpinisten ist unerlässlich. Eine entsprechende Ausrüstung einschliesslich Biwakmaterial ist unabdingbar. Wer Zweifel an seinen diesbezüglichen Fähigkeiten oder der Qualität seiner Ausrüstung hat, der nehme Abstand von dieser Unternehmung!

Anreise

Prata (di Vogogna) liegt an der Hauptstrasse zwischen Bèura und Vogogna. Der Circolare (Ringbus) verkehrt zwischen dem Bahnhof Domodossola und Prata täglich alle zwei Stunden.

Sentiero Taccarello
Sentiero Taccarello
Foto: Ferruccio Rossi, in-valgrande.it


1. Etappe: Prata - Alpe Sasso Alto - Rigulun (T3; 1:30)

Man geht rechts der Kirche durch Prata hindurch und findet eine offizielle Wegmarkierung, die einer Strasse mit einigen Abkürzungen folgt, welche bis nach Alpe Pianezzo führt. Über den anschliessenden Wanderweg passiert man Alpe La Quana, Mott dul Tor und gelangt zum Wegweiser auf Alpe Sasso Alto (Sassaut), 666m. Den linken Weg einschlagend gelangt man in einigen Minuten nach Rigulun, 772m.

Alpe Aurinasca
Alpe Aurinasca vom Sentiero Taccarello
Foto: Ferruccio Rossi, in-valgrande.it


2. Etappe: Rigulun - Alpe Uccellino - Alpe Taccarello (T5-; 2:00)

Von Rigulun folgt man einem guten Pfad bis zum Rio di Prata. Auch von Alpe Prasain führt ein anderer guter Pfad, über den die "Via panoramica" führt, hierher. Mit Hilfe eines Drahtseils steigt man zum Bach ab und findet jenseits nur noch eine bescheidene, verwachsene Weganlage vor, auf der man in Kürze zur in der Landeskarte verzeichneten Verzweigung vordringt: Man biegt rechts ab und sieht sich dichter Vegetation und weglosem Gelände ausgesetzt. Man schlägt sich dennoch ohne alpine Probleme bis zu den auf der Landeskarte verzeichneten, aber unbenannten Ruinen der Alpe Uccellino, 1010m, durch.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Landeskarte für den Weiterweg nach Alpe Taccarello ungewöhnlich unpräzise bis falsch ist. Anstatt den Aufstieg in der Mitte des Hanges nach Taccarello zu suchen, begibt man sich auf den Gratrücken über dem Rio di Prata und findet dort eine ausgeastete Route vor. Man folgt dem Rücken (an verschiedenen Stellen scheinen Querungen nach Alpe Vaudo möglich) bis von links das originale Wegtrassee aus dem Erlendickicht hinzustösst. Ab hier ist die alte Weganlage praktisch noch durchgehend vorhanden, wenngleich in sehr schlechtem Zustand: Zunächst verlässt man den Rücken nach links und gelangt über eine buchenbestandene Rampe in einigen Kehren unter einer Felswand zurück auf den Rücken oberhalb einer Felsstufe. Nun setzt die Weganlage zur Überwindung einer hohen Felsstufe an. Dazu bedient sie sich interessanter Kunstbauten und weicht in die Flanke des Rio di Prata aus um schliesslich oberhalb der Stufe auf den Rücken zurückzukehren. Über Treppenreste und Mäuerchen geht es über den Rücken weiter aufwärts bis schliesslich die Weganlage zur nahezu waagrechten Querung zur Ruine der Alpe Taccarello, 1360m, ansetzt.

Alpe Taccarello
Alpe Taccarello
Foto: Ferruccio Rossi, in-valgrande.it


3. Etappe: Alpe Taccarello - Colla Bassa (T5+; 2:30)

Um Alpe Taccarello zu verlassen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an: Man kann dem alten Pfad folgen, der einst nach Alpe Aurinasca führte, heute aber weitgehend verschwunden ist. (Der erste Teil dieser Route ist identisch mit der unten beschriebenen.) Oder man kann über die oberhalb der Ruinen befindlichen ehemaligen Weiden auf den Grat zwischen der Colla Bassa und dem Pizzo delle Pecore aussteigen, was Ferruccio Rossi hier erwähnt. Eine dritte Möglichkeit ist der Ausstieg auf den Wanderweg Alpe Aurinasca - Colla Bassa, den man beim Sättelchen auf ca 1430m erreicht. Diese Möglichkeit ist im folgenden beschrieben:

Von der Ruine der Alpe Taccarello folgt man zunächst dem einstigen Weg Richtung Alpe Aurinasca, der nur am Anfang ein kurzes Stück weit sichtbar ist, nämlich bis zu einer ersten Bachüberquerung. Nach dem Bach finden sich zunächst keinerlei Wegspuren, weiter vorne erkennt man eine versperrende Felswand. Man steigt unter diese Felswand und traversiert an ihrem unteren Ende über eine sehr abschüssige Felsheide (heikel, II-, einzelne Schnittspur, Tacche). Im folgenden sind einzelne sporadische Wegfragmente sichtbar, der Weiterweg erfordert aber gutes Orientierungsvermögen: Man übersteigt eine Felsrippe (Treppenrest) und gelangt in das folgende Tobel, wo man stark absteigt, um über ein gut sichtbares rampenähnliches Band (mit einzelnen Schnittspuren an der Vegetation) dieses wieder zu verlassen. Der einstige Weg stieg nun in das dritte Tobel hinab, um jenseits über Wiesen aus ihm herauszutraversieren, was mit etwas Phantasie zu erkennen ist. Indessen führt die hier beschriebene Route zum Wanderweg Aurinasca - Colla Bassa hinauf. Es empfiehlt sich den weiteren Routenverlauf spätestens vor hier aus ausführlich zu studieren: Man durchquert das Tobel etwas oberhalb des Standortes über ausgedehnte Plattenschüsse und steigt auf ein sehr schmales auffälliges Grasband aus (3 Meter III-). Man folgt dem horizontalen Grasband bis an sein Ende und steigt steil in ein Birkenwäldchen an. Die eingeschlagene Richtung beibehaltend erreicht man die felsigen Aufschwünge, die den Westrücken der Colla Bassa tragen. Unterhalb des Aufschwunges traversiert man nach links auf einem Tierpfad einen sehr steilen Grashang, an dessen Ende eine grasige Rinne zu einem Buchenwäldchen hinaufführt. Die darüberliegende Felswand wird linkerhand über ein ansteigendes Felsband überwunden (exponiert, II-), worauf man in steile Grashänge mündet, die in Kürze zum Sättelchen ca 1430m leiten, wo der unmarkierte Wanderweg Alpe Aurinasca - Colla Bassa hindurchkommt.

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