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Bocchetta
di Valfredda |
Cuzzago liegt
an der Strasse von Premosello nach Mergozzo. Die Regionalzüge der Relationen
Domodossola - Novara und Domodossola - Milano halten im Bahnhof von Cuzzago.

Valle di Nibbio,
Bocchetta di Valfredda, vom Sasso Grande, 18.Mai 2010



Von der Bocchetta
findet sich anfänglich noch ein Pfad mit Schnittspuren an den Erlen,
er hält sich an die orografisch linke Berandung des Tales. So erreicht
man in Kürze einen Biwakplatz unter einem einzelstehenden Felsen
mit einem Mäuerchen. Wenig tiefer liegt - im Erlendickicht verborgen
- die Ruine von Corte di Cima. Von links mündet ein Sekundärtobel
ein, bei der Vereinigung mit dem Val Fredda bildet es gemeinsam mit letzterem
eine ca 40m hohe
Wand. Die Stelle wird wie folgt überwunden: Vom Biwakplatz steigt
man nicht weiter ab, sondern traversiert anhand von Schnittspuren gegen
das
Sekundärtobel. Vor diesem angelangt, steigt man - am Anfang über
eine 3m hohe Felsstufe - soweit auf, bis sich durch Erlen und zwischen
plattigen
Felsabsätzen hindurch der Tobelgrund erreichen lässt. Folgt
man indessen weiter den Schnittspuren, so sollte man - anspruchsvoll
- durch das Val d'Egher gegen den Pizzo Proman gelangen. Im Grund des
Sekundärtobels
angelangt, traversiert man aus diesem gleich wieder heraus und steigt über
den begrenzenden Rücken ab. Die letzten Meter in den Grund des
Val Fredda werden über ein
rampenartiges Band überwunden und erfordern einige wenige Kletterschritte.
An dieser Stelle, ca 1440m - oder etwas tiefer - lässt sich recht
bequem biwakieren, Wasser vorhanden. Teresio Valsesia empfiehlt hingegen
diesen gesamten Abschnitt auf der orografisch rechten Flanke zu überwinden.
Val Fredda von der Bocchetta, genau in Bildmitte die Cima Loviga und
In la Piana, 20. November 2004
Val Fredda, Blick von ca 1420m zurück in
die Bocchetta, 21. November 2004
Man steigt nun weiter im Grund des Val Fredda ab, und zwar soweit bis
die Begehung schwierig werden würden. Man verlässt das Tobel
nach links, und steigt durch einen Erlenwald - parallel zum Tobel -
weiter ab. Bald
wird eine Ruine erreicht. Von links mündet erneut ein Sekundärtobel
ein, das bei der Vereinigung mit dem Haupttal erneut eine hohe
senkrechte
Wand bildet, das Bachbett ist dort auf einer Höhendifferenz von 60m
ungangbar. Die Überwindung
dieser Stelle ist der Schlüssel
der gesamten Begehung.
Es bestehen folgende zwei Möglichkeiten:
1) Orografisch rechts (T5+): Man überquert den Rio Valfredda unmittelbar
über dem Wasserfall, der über die Wand stürzt. Jenseits steigt man zuerst
5m
nach links auf, um auf eine nach rechts ziehende Rampe zu gelangen. Über
die Rampe mit Trittspuren soweit hinauf bis man über steiles Gras erneut
nach links aufwärts traversieren kann. Von hier quert man - nun absteigend
und sehr
exponiert
- weiter die orografisch rechte Flanke. Dabei finden sich Trittspuren,
alte verblasste Markierungen und
Reste
einer
Weganlage. Im Anschluss gelangt man in einen wenig steilen Buchenwald,
durch den man, eine weitere Ruine passierend, gerade hinunter steigt.
Auf einem Vorsprung über dem Rio Valfredda angelangt entdeckt man ein
kurzes Band, das den Abstieg in den Tobelgrund zulässt. Man erreicht
den Rio Valfredda genau an der Stelle, an der gegenüber die felsige
Rampe ansetzt, mit der sich die beschriebenen Varianten wieder vereinigen.
2) Zwischen den Tobeln (T5):
Wenig über der abschliessenden Felswand
sucht man den Rand des Sekundärtobels ab, und entdeckt, anhand
von Tierspuren, ein kühnes Band, das die senkrechte Begrenzungswand
des Sekundärtobels durchschneidet. Nach einigen Metern Abstiegs
gelangt man auf jenes Band, welches sich nach rechts (flusswärts)
der Wand anschmiegt. Auf Pfadspuren begeht man das exponierte Band bis
in den Grund des Sekundärtobels, steigt zuerst durch dieses, dann
durch den Grund des Val Fredda ab, soweit bis dieses deutlich steiler
wird. Dort setzt orografisch links eine felsige Rampe an.
Man befindet sich nun ungefähr an jener Stelle, wo das auf der Landeskarte gut
erkennbare
Seitental vom Pizzo Proman einmündet. Tatsächlich aber ist das Gelände viel zerklüfteter
und es bestehen deutlich mehr Seitentäler und -tobel als die Karte es vermuten
liesse. Die Orientierung in dieser Zone gestaltet sich - ganz besonders im Aufstieg
- recht schwierig. Es ist wichtig zu wissen, dass der Rio Valfredda stets der
am östlichsten gelegene Bachlauf ist.
Man
steigt
nun über
die
bereits
erwähnte
felsige
Rampe,
auf
der
sich
die Überreste des alten Pfades befinden, in den darüber liegenden
Buchenwald. Kurz darauf trifft man auf die fünf Ruinen der 'Stazione Valfredda',
ca 1120m. Die Gebäude entstanden im Zusammenhang mit dem Holzschlag, und
stellen einen einstigen grossen Holzumschlagplatz dar. Jenseits der Ruinen
setzt ein breites Wegtrassee an, das in Kürze
zur ehemaligen Seilbahnstation führt.
Anhand der noch sichtbaren Fundamente und Anlagen kann man folgendes feststellen:
Die Seilbahn
Nibbio
-
In
la
Piana besass hier eine Zwischenstation. Eine andere Seilbahn führte von
hier nach Arca.
Der
Platz war für umfangreichen Materialumschlag ausgerüstet.
Von oben mündet aus dem Bosco Grande die separat beschriebene Route über
die Bocchetta del Bosco (P.1465). Dieser Pfad ist auf der Landeskarte von
1963 noch
eingezeichnet.
Nach unten beginnt
sich über
einen Rücken
- ausgehend vom Fundament der Arca-Seilbahn - ein deutliches Trassee in Kehren
gegen den
Grund des Val Fredda abzusenken.

Blick von der 'Stazione Valfredda' in die Schlucht des Val Grande, rechts unten:
Arca,
21. November 2004
Zunehmend steiler gelangt man bald erneut auf einen Rücken zwischen dem
Val Fredda und einem Sekundärtobel, das aus der Nähe der Bocchetta
del Bosco herabkommt. Sobald man eine flache Passage auf dem Rücken erreicht
hat, biegt man links ab, und steigt gerade in den Grund des Sekundärtobels
hinab, zum Schluss über einen sehr steilen, aber bewaldeten
Hang (T5+).
Durch den Tobelgrund, zumeist am orografisch linken Ufer des Baches steigt
man
bequem weiter ab. So erreicht man in Kürze die Vereinigung mit dem Rio
Valfredda, der hier wenig ausgeprägt, aber über eine hohe Stufe als
Wasserfall stürzend,
in den Bach des Sekundärtobels mündet. Im Aufstieg ist dieser Stelle
besondere Beachtung zu schenken, denn es ist sehr wichtig, den Wasserfall korrekt
als
den Rio Valfredda zu identifizieren, um nicht irrtümlich weiter das Sekundärtobel
hinaufzusteigen.
Der wenig markante abschliessende Wasserfall des Rio Valfredda
Wenig später erreicht man eine Ruine über dem linken Ufer
und zwischen grossen Blöcken im Bachbett hindurchturnend,
zuletzt auf der orografisch rechten Seite des Rio Valfredda den Zusammenfluss
mit dem Rio Valfredda, genannt Lancone di Valfredda, 761m. Hier befindet
sich ein guter, teilweise eingerichteter
Biwakplatz.
In Lancone di Valfredda gilt es sich zu entscheiden, wo man weiter hinmöchte:
Die schnellste Möglichkeit, in einfaches Gelände zu gelangen, ist
der alte Schluchtpfad nach In la Piana. Es empfiehlt sich kaum,
dem Rio Valgrande zu folgen, da dies äusserst zeitraubend ist,
und mehrfache Flussdurchwatungen und heikle Ausweichmanöver in die Flanken
erfordert, auch wenn die Autoren diverser Berichte hier andere Meinungen vertreten:
Gleich nach dem Lancone di Valfredda - in Richtung In la Piana - würde
eine fünffache Flussdurchquerung notwendig werden, danach folgt zwar einfacheres
Terrain bis zur Lanca del Grup dla Sèca, doch nehmen dort die Schwierigkeiten
wieder markant zu. Besser hält man sich an den alten Pfad: Vom Zusammenfluss
lässt
sich
dieser aber wegen einer hohen Felswand nicht auf direkter Route erreichen.
Man
überquert zu dessen Erreichung daher den Rio beim Zusammenfluss zweimal
und steigt etwa 70m horizontale Distanz
durch das Flussbett (orografisch rechts) ab. Dort nimmt man am orografisch
linken Hang einen offenbar einfach zu begehenden, wenn auch sehr steilen Hang
wahr.
Vor
diesem
Hang
mündet
ein steiles und felsiges Tobel. Man steigt nicht über diesen
Hang auf, sondern
benutzt den teilweise baumbestandenen Hang vor dem Tobel zum Aufstieg
- nachdem man den Rio erneut gequert hat. Über
sehr steiles, aber dennoch einfaches Gelände (T4+),
gelangt man nach rund 60m Aufstieg
unter
felsige Passagen. Über eine Rampe ersteigt man ein erstes kleines Felsband
von ca 5m Höhe. Darüber scheint zunächst das Weiterkommen schwierig
oder gar unmöglich.
Traversiert man jedoch einige Meter aufsteigend nach rechts, so trifft man
überraschend auf den alten Schluchtpfad, den man deutlich höher im
Hang vermuten würde. Der Pfad führt in gut zwei Stunden ohne weitere
Probleme nach In la Piana.
Auch wer nach Arca weitermöchte, ist mit dem Pfad besser bedient, insbesondere
unmitelbar vor der Arca müsste ansonsten der Fluss sehr aufwändig
mehrfach gequert werden. Wer sich dennoch für die Flussroute interessiert,
findet sie hier.